Europas größter Versicherer Allianz hat nach dem Verkauf der verlustreichen Dresdner Bank im vergangenen Jahr wieder einen Milliardengewinn eingefahren. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 4,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in München mitteilte. Im Vorjahr hatte der Konzern wegen der Probleme mit der Dresdner unter dem Strich noch einen Verlust von 2,4 Milliarden Euro verbucht. Ihre Dividende will die Allianz von 3,50 Euro auf 4,10 Euro anheben.

Der Gesamtumsatz kletterte um gut fünf Prozent auf 97,4 Milliarden Euro. Die im Versicherungsgeschäft wichtige Schaden-Kosten-Quote erhöhte sich allerdings um zwei Prozentpunkte auf 97,4 Prozent. Die Quote gibt das Verhältnis von Schäden und Verwaltungskosten zu den Prämieneinnahmen an. Je niedriger sie liegt, desto profitabler arbeiten Versicherer. Das operative Ergebnis verringerte sich um zwei Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

„Die Finanzkrise hat ohne Zweifel unser Ergebnis beeinflusst“, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann der Mitteilung zufolge. Im laufenden Jahr wolle man zumindest an das operative Ergebnisniveau von 2009 anschließen. „Wegen des weiterhin volatilen Marktumfelds kann es aber keine Punktprognose geben“, sagte Diekmann.

Die Allianz sieht in den ausgeuferten Staatsfinanzen in Ländern wie Griechenland zunächst kein größeres Problem für sich. Von den 409 Milliarden Euro Versicherungsgelder lägen 89 Prozent in festverzinslichen Wertpapieren und acht Prozent in Aktien, teilte Europas größter Versicherer mit. Das Engagement bei griechischen Staatsanleihen betrage lediglich 0,9 Milliarden Euro oder 0,8 Prozent aller Staatsanleihen. In Portugal und Irland, ebenfalls Staaten mit einem sehr hohen Defizit, seien es jeweils 0,5 Milliarden Euro oder 0,4 Prozent.

dpa/Reuters/woz