Dell fällt hinter seine Rivalen zurück. Der drittgrößte PC-Hersteller gab am Donnerstag für das abgelaufene Quartal einen Gewinn-Einbruch von mehr als die Hälfte und einen Umsatz unter Analysten-Erwartungen bekannt. Branchenprimus Hewlett-Packard (HP) hatte dagegen jüngst die Erwartungen übertroffen. Dell zeigte sich langfristig optimistisch, gab jedoch keinen konkreten Ausblick für das Feiertags-Quartal ab. Die Aktien des US-Konzerns wurden nachbörslich abgestraft und gaben im elektronischen Handel um sechs Prozent nach.
Dell ist stärker als die Nummer Eins HP oder die Nummer Zwei Acer von Firmenkäufen abhängig. Diese sind jedoch wegen der Wirtschaftskrise deutlich zurückgegangen. Dells Firmen-Sparte zeigte im dritten Quartal einen Rückgang des Umsatzes um fast ein Viertel, ein höherer Wert als in jedem anderen Bereich des Unternehmens. Dell leidet zudem unter einem Preiskrieg zwischen HP und Acer. Der Gewinn im Quartal lag bei 337 Millionen Dollar, der Umsatz bei 12,9 Milliarden.
Analysten sprachen von einer wachsenden Kluft zwischen Dell und HP. „Es war allgemein erwartet worden, dass sie (die Erwartungen) übertreffen würden, denn so ungefähr alle anderen in der PC-Branche haben starke Zahlen vorgelegt“, sagte Shaw Wu von Kaufman Bros. „Daraus wird jetzt geschlossen, dass sie Marktanteile verloren haben – viele Marktanteile.“
Dell äußerte sich optimistisch zur Zukunft. „Wir machen eine Verbesserung bei der Nachfrage nach IT-Produkten aus, die sich im vierten Quartal fortsetzen wird“, sagte CEO Michael Dell. Finanzchef Brian Gladden verwies auf den Effekt von Microsofts neuem Betriebssystem Windows 7. Vor der Einführung am 22. Oktober sei der PC-Absatz allgemein zurückgegangen, sagte Gladden. Nun sei er stark angestiegen. Auch bei den Unternehmenskunden gebe es positive Zeichen.
Der PC-Markt insgesamt hatte sich im abgelaufenen Vierteljahr unerwartet erholt. Weltweit wurden nach Daten des Marktforschungsunternehmens Gartner 80,9 Millionen PC verkauft. Dell büßte aber deutlich an Marktanteilen ein. Der Konzern fiel mit einem Anteil von 12,8 Prozent auf den dritten Rang zurück. Auf Platz zwei vor schob sich Acer mit 15,4 Prozent. Die Taiwaner haben großen Erfolg mit ihren Mini-Notebooks, den sogenannten Netbooks. Weltgrößter Computerproduzent ist weiterhin Hewlett-Packard (HP) mit 19,9 Prozent.
Reuters/dpa/dma





