Der General-Motors-Konzern hat damit begonnen, die Insolvenzverfahren für seine angeschlossenen Unternehmen einzuleiten und auch für den Hauptkonzern selbst Gläubigerschutz beantragt.

Es ist der größte Bankrott in der Geschichte der US-Industrie. Die US-Regierung wird die Mehrheit der Anteile von General Motors (GM) übernehmen. Dem Vernehmen nach sollen der Umstrukturierung rund 21.000 Arbeitsplätze bei GM zum Opfer fallen, das ist rund ein Drittel der Belegschaft, andere Quellen sprechen von mehr als 30.000 Jobs.

US-Präsident Barack Obama plant im Laufe des Tages, in einer Rede an die Nation noch einmal 30 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) für die Restrukturierung des Autobauers anzukündigen. Außerdem wolle Obama betonen, dass sich die Regierung aus den geschäftlichen Entscheidungen bei GM heraushalten werde. GM hat bislang bereits fast 20 Milliarden Dollar Staatshilfe von Washington erhalten.

General Motors zählt trotz drastischer Einschnitte noch immer zu den größten Autobauern weltweit. GM hat bislang 235.000 Mitarbeiter weltweit, davon 88.000 in Nordamerika. Zurzeit hat das Unternehmen 46 US-Fabriken, davon 15 Endfertigungen. Im vergangenen Jahr machte der Konzern Verluste in Höhe von 30,9 Milliarden Dollar. Der Absatz betrug 2008 8,35 Millionen Autos, das waren elf Prozent weniger als im Vorjahr.

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford will von den schweren Turbulenzen der Rivalen GM und Chrysler profitieren und Marktanteile gewinnen. Ford werde die Produktion im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent hochfahren, zitierte das „Wall Street Journal“ einen namentlich nicht genannten Konzernvertreter.

Ford hat in den vergangenen Jahren zwar auch Milliardenverluste eingefahren. Der Hersteller will aber anders als GM und Chrysler ohne Staatshilfen überleben und die Sanierung aus eigener Kraft schaffen. Chrysler hatte vor einem Monat Insolvenz beantragt und soll durch den Einstieg von Fiat gerettet werden.

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dpa/Reuters/AP/ras