Trotz roter Zahlen in den ersten drei Monaten des Jahres erwartet die Deutsche Telekom für das laufende Jahr einen Gewinn. Das sagte Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges in einer Telefonkonferenz. Wegen des schwächelnden Geschäfts in Großbritannien musste der Bonner Konzern 1,8 Mrd. Euro abschreiben. Die Telekom ist dort wegen der Wirtschaftskrise und dem scharfen Konkurrenzkampf unter Druck geraten. Die Neubewertung führte zu einem Verlust von 1,1 Mrd. Euro. Ohne diese Abschreibung machte der Konzern 700 Mio. Euro Überschuss, fast 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

„In einigen Ländergesellschaften haben wir starken Gegenwind“, sagte Telekom-Chef René Obermann. Bereits vor zwei Wochen hatte er die Gewinnprognose für das Gesamtjahr um bis zu vier Prozent abgesenkt, weil zum einen die Geschäfte in den USA, Großbritannien und Polen schwächer liefen als erwartet und zum anderen Währungseffekte eine Korrektur nötig machten. Der Telekom-Bilanz kommt nun aber der griechische Telekom-Anbieter OTE zu Hilfe, an dem sich der Konzern im vergangenen Jahr beteiligt hat. Seit Februar nun wird er in das Telekom-Zahlenwerk mit aufgenommen und steuert in diesem Jahr einen zusätzlichen Umsatz von zwei Mrd. Euro bei.

OTE verschiebt den Umsatzanteil noch einmal deutlich in Richtung Ausland. Inzwischen macht die Telekom mehr als 56 Prozent ihres Geschäftes jenseits der Landesgrenzen. Die OTE-Gesellschaften lassen die Zahl der Mobilfunkkunden um 20 Millionen auf fast 150 Millionen ansteigen. „Die Deutsche Telekom wächst weiter“, sagte Obermann.

Vor allem im Inland kann die Telekom neue Erfolge melden. Obwohl sie in den ersten drei Monaten erneut 600.000 Telefonanschlüsse verloren hat, konnte sie im Breitbandgeschäft 390.000 Neukunden gewinnen. Das entspricht einem Neukundenanteil von 53 Prozent, dem besten Wert seit 2005. Das Geschäft mit dem Internet-Fernsehen scheint hingegen nicht in Gang zu kommen. Nur 100.000 neue Nutzer hat die Telekom im vergangenen Quartal gewinnen können und zählt nun 600.000 Kunden. Bleibt es bei diesem Wachstum, wird der Konzern sein Ziel von einer Million Nutzern bis Jahresende nicht erreichen.

„T-Systems hat wieder ein positives Ergebnis geliefert“, sagte Obermann. Meldungen über betriebsbedingte Kündigungen in der Geschäftskundensparte hat der Telekom-Chef zurückgewiesen und von „Säbelrasseln“ gesprochen. Derzeit befänden sich die Tarifpartner in Verhandlungen. Allerdings habe das Unternehmen in der Vergangenheit mehrfach betont, dass ein Personalumbau notwendig sei.

Die Telekom will bis Ende kommenden Jahres 4,7 Mrd. Euro Kosten einsparen. Der Konzern liege „weit vor Plan“, sagte Finanzvorstand Höttges. Bereits Ende März sei auf das Jahr umgerechnet 4,4 Mrd. Euro eingespart worden, mehr als die Hälfte davon im Festnetzgeschäft. Die Einsparmöglichkeiten durch das Zusammengehen mit OTE seien sogar etwas besser als ursprünglich angenommen. Trotzdem will die Telekom einen Teil ihrer Investitionen einfrieren, um die bereits gesenkte Gewinnprognose zu erreichen.

Um das Auslandsgeschäft zu verbessern, hat der Konzern einen Aktionsplan ausgearbeitet, der weniger Ausgaben für Werbung und Marketing und das Einfrieren der Löhne in den USA und Großbritannien vorsieht. Trotzdem soll in den USA das Mobilfunknetz deutlich ausgebaut werden.