Die Finanz- und Wirtschaftskrise hinterlässt in Europa nach Einschätzung der EU-Kommission deutlich tiefere Spuren als bisher angenommen. Laut der Frühjahrs-Konjunkturprognose der EU-Kommission bricht die Wirtschaftsleistung in der Eurozone und in allen 27 Ländern der Europäischen Union in diesem Jahr um vier Prozent ein. Die Arbeitslosigkeit dürfte zugleich deutlich steigen. Europaweit rechnet die Kommission in diesem und im kommenden Jahr mit dem Verlust von 8,5 Millionen Arbeitsplätzen.

Anders als bisher angenommen könnte die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg laut Kommission auch im kommenden Jahr noch andauern. 2010 rechnet die Kommission in der EU und in den 16 Ländern der Eurozone mit einem Minus von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Bisher hatte Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia auf ein leichtes Wachstum gesetzt.

In Deutschland rechnet die Kommission in diesem Jahr mit einem deutlichen Minus von 5,4 Prozent. Die Bundesregierung geht sogar von minus sechs Prozent aus. Für das kommende Jahr prognostiziert die Kommission dagegen ein leichtes Wachstum von 0,3 Prozent. Auch Berlin geht bisher von 0,5 Prozent Wachstum aus. Deutschland wird nach Einschätzung der EU-Kommission schon im laufenden Jahr zum Defizitsünder. Die Neuverschuldung werde 3,9 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt erreichen, im kommenden Jahr sogar 5,9 Prozent.

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dpa/Reuters/PHJ