Trotz der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise und sinkender Passagierzahlen wird der Luftverkehr in den kommenden Jahren nach Einschätzung deutscher Fluggesellschaften deutlich wachsen. Langzeitprognosen gehen für das Jahr 2020 von 300 Millionen Passagieren in Deutschland aus, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Michael Engel, vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Im vergangenen Jahr wurden 191 Millionen Passagiere gezählt.
Im ersten Quartal dieses Jahres gingen die Passagierzahlen nach den Worten Engels um 9,1 Prozent zurück. Darauf werde auch im Sommerflugplan mit Kapazitätsanpassungen reagiert. Der wieder günstigere Kerosinpreis kompensiere die Verluste nur teilweise. Engel kritisierte die Steigerung der Flughafenentgelte um 24 Prozent seit 2001 trotz eines Verkehrswachstums um 30 Prozent in diesem Zeitraum.
„Dies hätte eigentlich zu einer deutlichen Reduzierung der Entgelte pro Flugticket führen müssen“, sagte Engel. Als vorbildlich bezeichnete der BDF-Geschäftsführer den Flughafen Hamburg. Hier seien die Entgelte von 2001 bis 2007 um neun Prozent gesunken, während die Passagierzahl um 35 Prozent gestiegen sei. Engel wiederholte die BDF-Forderung, spätestens von 2001 an die Bundesnetzagentur als unabhängige Aufsichtsbehörde für die Entgelt-Regelung zu beauftragen.
Der BDF vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der meisten deutschen Fluggesellschaften, darunter die größten Unternehmen Lufthansa und Air Berlin mit einem Gesamtumsatz von 27 Mrd. Euro (2008). Die Mitgliedsunternehmen verfügen laut Verband über mehr als 750 Flugzeuge, beschäftigen 123.000 Mitarbeiter und haben mehr als 120 Millionen Fluggäste.
dpa/nic





