Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Fitch hat den Druck auf die Regierung Portugals erhöht. Die Neubewertung mache eine langfristige Sanierung der Staatsfinanzen noch wichtiger, sagte der portugiesische Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos zu Reuters Insider TV.
Noch am 25. März wollte das Parlament über das harte Sparprogramm zur Defizitreduzierung abstimmen und danach den Plan der Europäischen Union vorlegen.
Teixeira dos Santos betonte, die Fitch-Entscheidung sei nicht überraschend bekommen. Er denke, dass die Märkte sie zu einem großen Teil bereits eingepreist hätten. Trotz dieser Einschätzung zeigte sich der Ressortchef beunruhigt.
„Ich bin besorgt, weil wir wissen, dass die Märkte manchmal in ihren Reaktionen über das Ziel hinausschießen“, sagte der portugiesische Politiker. Dieses Risiko existiere und es dürfe nicht ignoriert werden. Portugals Hauptanliegen sei es, das Haushaltsdefizit zurückzuführen, auch um sich von Griechenland zu unterscheiden.
Fitch hat die Bonität des hoch verschuldeten Portugals wegen mangelnder Haushaltsdisziplin herabgestuft. Die Finanzmärkte reagierten umgehend, der Euro verbilligte sich. Die Renditeaufschläge auf zehnjährige portugiesische Staatsanleihen verglichen mit dem Bund erhöhten sich um vier Punkte auf 129 Basispunkte.
Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals hatte am Vortag die US-Aktienmärkte ins Minus gedrückt. Investoren fürchten nun, dass nach Griechenland weitere wirtschaftlich schwache Euro-Länder tiefer in die Schuldenkrise geraten könnten.
Reuters/oht




