Die angeschlagene US-Großbank Citigroup hat im abgelaufenen Quartal weniger Verlust gemacht als erwartet. Das Minus belief sich auf 966 Millionen Dollar nach 5,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, wie das Institut mitteilte. Die Einnahmen verdoppelten sich auf 24,8 Milliarden Dollar und übertrafen damit gleichfalls die Marktprognosen, die bei 21,7 Milliarden Dollar lagen.

Die Citigroup verbuchte in den drei Monaten Netto-Abschreibungen und Verluste aus dem Geschäft mit institutionellen Anlegern im Umfang von 2,2 Milliarden Dollar. Weitere 7,3 Milliarden Dollar verlor das Haus im Kreditgeschäft. Es stellt nun 2,7 Milliarden Dollar für weitere Darlehensverluste zurück. Die Kernkapitalquote liegt den Angaben zufolge inzwischen bei etwa 11,8 Prozent nach 7,7 Prozent im Vorjahr.

Die Citigroup ist damit die bereits vierte US-Großbank, die bei den aktuellen Quartalszahlen deutlich besser abschneidet als vom Markt erwartet. Anleger sehen dies als Signal für den möglichen Start einer allmählichen Erholung der Branche in der nun schon fast zwei Jahre dauernden Finanzkrise.

Im vergangenen Jahr hatte die inzwischen teilverstaatlichte Citigroup einen Rekordverlust von fast 28 Milliarden Dollar eingefahren. Die enormen Hilfen und Garantien des Staates bei bisher schon drei Rettungsaktionen summieren sich auf fast 350 Milliarden Dollar. Der einst weltgrößte Finanzkonzern spaltet sich zu seiner Rettung gerade auf und will umfangreiche Bereiche verkaufen. Die Aktie baute nach der Vorlage der Zahlen ihre vorbörslichen Kursgewinne auf ein Plus von zwölf Prozent aus.

Auch in anderen Branchen gibt es wieder vergleichsweise positive Quartalsberichte: Der US-Mischkonzern General Electric hat im abgelaufenen Quartal zwar einen starken Gewinnrückgang verbucht. Wie der Siemens-Konkurrent mitteilte, fiel das Ergebnis im ersten Quartal um 36 Prozent auf 2,74 Milliarden Dollar. Dank seiner Turbinensparte übertraf der Konzern aber die Erwartungen der Analysten. Diese hatten 21 Cent prognostiziert, unterm Strich blieben GE aber 26 Cent. Der Umsatz sank um neun Prozent auf 38,4 Milliarden Dollar. Der Konzern kündigte einen massiven Sparkurs an. Allein in diesem Jahr sollen die Kosten um fünf Milliarden Dollar gesenkt werden.

Die GE-Aktien legten vorbörslich 3,6 Prozent zu. Der Mischkonzern gilt als Konjunkturindikator und nährt damit auch die Hoffnung auf ein Ende der Wirtschaftskrise.

Reuters/AP/lw