Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat die Bundesregierung zu mehr Anstrengungen bei der Begrenzung von Manager-Boni aufgefordert.
„Wir müssen handeln und nicht nur reden“, sagte Zollitsch in Berlin. Im Moment sei es in der deutschen Politik bei diesem Thema „etwas ruhig geworden“, bemängelte der Freiburger Erzbischof. „Die Menschen aber müssen wissen: Ja, es geschieht etwas.“
Zollitsch sagte, nun sei der geeignete Zeitpunkt, an dem Deutschland zusammen mit Frankreich eine europäische Initiative für Mechanismen zur Begrenzung der Manager-Boni starten sollte. „Denn wenn die beiden zentralen Länder in der europäischen Wirtschaft handeln und Großbritannien mitziehen würde, dann ist das nicht nur ein klares Zeichen, sondern das hätte Signalwirkung, durch die andere EU-Staaten mitmachen würden.“
In solchen komplexen Zusammenhängen sei es notwendig, dass einige voran gehen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren und dürfen nicht zur Tagesordnung zurückkehren, mit der damals die Krise begann“, sagte Zollitsch.
Die weltweite Wirtschaftskrise sei durch den Anreiz kurzfristiger Gewinne für Manager entstanden. Wenn es auch in Zukunft Boni geben sollte, dann nur, wenn der Gewinn langfristig ist. „Ich meine, dass Manager jetzt einmal fünf bis zehn Jahre warten müssen, um dann zu sehen, ob sie es schaffen, anhaltenden Ertrag zu bringen“, forderte der Erzbischof.
In den vergangenen Jahren sei zu wenig überlegt worden, dass Geld auch eine soziale Verpflichtung habe. „In der Wirtschaftskrise sind wir Gefahr gelaufen, zu stark eine Ellenbogengesellschaft zu werden. Trotz Krise müssen wir solidarisch sein“, sagte Zollitsch.
AFP/oht




