Der schwer angeschlagene US-Autobauer General Motors (GM) prüft einem Medienbericht zufolge die Schließung oder den Verkauf von drei Werken der Tochter Opel in Europa. Die Opel-Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen könnten den Sanierungsplänen zufolge geschlossen, das Werk in Eisenach veräußert werden, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Insider.
Das 1962 in Bochum eröffnete Werk, einst Produktionsstätte des Opel Kadett, produziert derzeit den Astra und den Kompakt-Van Zafira. Außerdem werden in Bochum Achsen und Getriebe hergestellt. Insgesamt arbeiteten an diesem Standort etwa 5000 Menschen.
In Eisenach steht das jüngste Opel-Werk – es wurde 1992 eröffnet. Der Schwerpunkt der Produktion liegt auf dem Corsa. Insgesamt bietet der Autobauer in Eisenach 1700 Menschen Arbeit.
Die schwedische Tochter Saab solle ebenfalls verkauft oder ganz geschlossen werden, wodurch ein weiteres Werk wegfallen könnte. Die Überlegungen seien Teil des Rettungsplans, den General Motors der US-Regierung für weitere Milliardenkredite vorlegen muss.
Bei GM will Nordrhein-Westfalens Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) für den Erhalt der Jobs in Deutschland werben. Er werde sich dafür einsetzen, „die Arbeitsplätze in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen, aber auch die Unternehmensstandorte“ zu erhalten, sagte er in Washington dem ARD-Morgenmagazin. Er mahnte eine gemeinsame Lösung und „tragfähige Unternehmenskonzepte“ an.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers warnte die GM-Führung vor Werksschließungen in Deutschland und Europa. "Ich möchte, dass hier jeder Manager weiß, dass er nicht einfach in Amerika Entscheidungen treffen kann, die dann in Deutschland, in Europa, in Nordrhein-Westfalen geschluckt werden müssen“, sagte der CDU-Politiker einem Interview mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Washington.
"Wer meint, er könne einfach Werke stilllegen, muss wissen, dass das eine sehr teure Geschichte wird, dass das auch den Widerstand nicht nur der Politik, sondern auch von Opel zur Folge haben wird.“ Er glaube nicht, dass General Motors ohne Opel auf Dauer überlebenkönne. Rüttgers war am Montagabend zu einem knapp einwöchigen USA-Besuch in Washington gelandet. Geplant sind unter anderem Gespräche mit GM-Vorstandschef Rick Wagoner sowie führenden Ford-Managern.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte dem ARD-Morgenmagazin, ein Konzept liege bislang nicht vor. Die Bundesregierung könne nur flankierend handeln, wenn sie wisse, „was sich das Unternehmen selbst vorstellt“.
Der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, forderte im Morgenmagazin eine Herauslösung von Opel aus dem Mutterkonzern. General Motors habe dem Autobauer „das Leben immer schwer gemacht“. Nun wolle der Opel-Konzern beweisen, dass er auch ohne den Mutterkonzern profitabel Autos bauen könne.
In Deutschland ist eine Debatte um eine mögliche Verstaatlichung von Opel entbrannt. Während aus der SPD und der Partei der Grünen Zustimmung kam, lehnten Unionspolitiker und die FDP ein solches Vorhaben ab. Der FDP-Vize Rainer Brüderle warnte in einem Zeitungsinterview vor einem „VEB Autobau“ Opel.
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dpa/oht





