Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz ist gegen eine staatliche Rettung von Opel. „Ich rate dringend davon ab, Opel staatlicherseits zu unterstützen“, sagte Franz Morgenpost Online. „Wenn das passiert, brechen alle Dämme, dann werden viele Unternehmen bei der Regierung Schlange stehen“, sagte Franz weiter.

Wenn Opel tatsächlich insolvent gehen sollte, hieße das nicht, dass gleich alle Arbeiter auf der Straße stehen würden. Das deutsche Insolvenzrecht sei darauf angelegt, Unternehmen zu retten. „Und wenn Opel ein gutes Unternehmen ist, wird sich sicher ein Investor finden“, sagte der neue Vorsitzende des Sachverständigenrates der Bundesregierung.

Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche äußerte sich kritisch beim Thema Staatshilfen für den Mitbewerber Opel. „Es ist sehr schwierig, sich das Gebilde Opel unabhängig von General Motors vorzustellen. Es ist ein voll integrierter Bestandteil“, sagte er dem "Hamburger Abendblatt". Deshalb könne man Hilfen für Opel nicht diskutieren, ohne Klarheit über die Zukunft der US-Mutter zu haben. Und die sei völlig ungewiss. „Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, Firmen eine Hilfestellung zu geben, wenn keine strukturell klare Perspektive vorhanden ist“, sagte Zetsche.

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering rief dagegen zu einer gemeinsamen Anstrengung bei der Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel auf. „Was die Opelaner und ihre Familien jetzt brauchen, sind keine Vorträge in Ordnungspolitik“, sagte Müntefering der „Bild“.

„Bei Opel müssen wir einen Pflock einschlagen und stabilisieren - ganz abgesehen davon, dass Tausende von Jobs bei den Zulieferern dranhängen“, sagte er weiter. Es solle so schnell wie mögliche „alles Menschenmögliche“ getan werden, um dem Unternehmen zu helfen.

AP/dma