Das Kabinenpersonal der Deutschen Lufthansa entscheidet seit Montag in einer Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf bei der größten deutschen Fluggesellschaft. „Unsere Mitglieder werden für einen Streik stimmen“, sagte der Sprecher der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO, Joachim Müller. Für einen unbefristeten Streik ist bei der zweiwöchigen Abstimmung eine Zustimmung von 70 Prozent nötig.

Das Ergebnis soll am 9. oder 10. März bekanntgegeben werden. Bei einem entsprechendem Votum werde dann umgehend entschieden, wann und wo UFO zu unbefristeten Arbeitsniederlegungen aufrufen werde. „Der Frankfurter Flughafen ist das Drehkreuz und wird immer bei Streiks dabei sein“, sagte Müller. Konkrete Angaben zu weiteren Orten oder Fluglinien nannte er indes nicht. Die Gewerkschaft behalte sich bis dahin zudem Warnstreiks vor.

Die Tarifverhandlungen zwischen UFO und der Lufthansa waren am vergangenen Dienstag von der Gewerkschaft für gescheitert erklärt worden. Die Lufthansa könne einen Streik noch verhindern, wenn sich der Vorstand bereit erkläre, auf Grundlage eines vorgelegten UFO-Kompromisspapiers weiter zu verhandeln, sagte Müller.

Die wichtigsten Punkte des Papiers betreffen Müller zufolge Verbesserungen im Manteltarifvertrag. Sie sollen zu Arbeitsentlastungen wie geregelten Pausen- und bezahlten Bodenzeiten führen. Weiter fordert UFO 6,1 Prozent mehr Gehalt. Zudem solle die Lufthansa künftig Flugpläne so wenig wie möglich verändern. Nur so hätten Mitarbeiter die Möglichkeit, ihr Privatleben zu planen, sagte der Tarifexperte.

Die Lufthansa stellt sich unterdessen bereits auf einen drohenden Streik ein. „Wir treffen vorbereitende Maßnahmen“, sagte Sprecherin Claudia Lange. Das Unternehmen hatte dem Kabinenpersonal nach eigenen Angaben bei einer 14-monatigen Laufzeit rückwirkend zum Jahresbeginn ein Volumen in der Größenordnung von bis zu zehn Prozent angeboten. Darin sei neben Gehaltserhöhungen auch eine Ergebnisbeteiligung sowie Entlastungen bei sogenannten Belastungstrecken wie Langstreckenflügen enthalten.

Die Verhandlungen betreffen 16.000 Flugbegleiter, von denen UFO eigenen Angaben zufolge 70 Prozent vertritt.

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