In der Automobilindustrie wird es nach Schätzung von Branchenexperten in den kommenden fünf Jahren zwei Gewinner geben: Den Volkswagen-Konzern und die südkoreanische Hyundai-Kia-Gruppe. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter 200 Führungskräften aus der Automobil- und Zulieferindustrie. Demnach rechnen mehr als zwei Drittel der Befragten, dass die beiden Hersteller ihre weltweiten Marktanteile ausbauen werden.
Zurückhaltender sind die Automanager beim Branchenprimus Toyota. Nur 57 Prozent der Führungskräfte glauben, dass die weltweite Nummer eins aus Japan ihre Position bis zum Jahr 2015 ausbauen kann. Am skeptischsten sind die Befragten bei General Motors (GM) und Chrysler. Hier glauben rund 70 Prozent der Befragten, dass die beiden Hersteller in den kommenden fünf Jahren Marktanteile verlieren werden. Bei Ford erwarten immerhin noch 26 Prozent der Befragten einen Rückgang der Marktanteile.
Wie die Umfrage im Vorfeld der Detroit Motor Show weiter ergab, rechnen mehr als die Hälfte der Befragten damit, dass die Zahl der Fusion und Übernahmen in Asien, Nordamerika und Europa in den kommenden vier Jahr bei den Herstellern und den großen Zulieferern deutlich ansteigen wird.
Die wichtigsten Gründe für die fortschreitende Marktbereinigung sind nach Angaben der Manager die Verschuldung und die Insolvenzgefahr, der Zugang zu neuen Technologien und Produkten, mögliche Synergieeffekte und die Erschließung neuer Märkte und Kundensegmente.
Große Hoffnungen setzt die Branche auf die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China. Über die Hälfte der befragten Unternehmen plant, in den kommenden fünf Jahren erstmals oder verstärkt auf dem chinesischen Markt zu investieren. 43 Prozent wollen in Indien aktiv werden. Ein Drittel der Befragten wollen ihr Engagement in Russland und ein Viertel in Brasilien stärken. Zugleich rechnen die Führungskräfte der Automobilindustrie allerdings auch spätestens in drei bis fünf Jahren mit Überkapazitäten in Brasilien, Russland und China.
In den etablierten Märkten Westeuropas, Nordamerikas und Japan bestehen nach Ansicht der Experten bereits Überkapazitäten. In Westeuropa bewegen sich diese nach Ansicht von zwei Dritteln der Befragten in der Größenordnung zwischen elf und 30 Prozent.
Fast die Hälfte der Befragten geht zudem davon aus, dass die Automobilzulieferer in den kommenden fünf Jahren „etwas“ oder „deutlich“ weniger profitabel sein werden als bisher. Jeder Dritte glaubt, dass auch Hersteller und Händler mit rückläufigen Profiten werden rechnen müssen. Lediglich für die Finanzdienstleister der Autokonzerne sehen die Befragten die Lage vergleichsweise optimistisch. Hier rechnen 40 Prozent der Branchenexperten bis 2014 mit leicht oder deutlich steigenden Profiten.





