Die zunehmende Lust der Chinesen auf Gerstensaft hat die weltweite Bierproduktion auf knapp 1,8 Milliarden Hektoliter steigen lassen. Allein knapp die Hälfte des Zuwachses von ingesamt 91 Millionen Hektolitern im Jahr 2007 entfällt auf das Reich der Mitte, wie der weltgrößte Hopfenhändler Joh. Barth & Sohn in seinem „Barth Bericht 2007/2008“ mitteilt.
Damit baute China seinen Anteil an der weltweiten Bierproduktion auf 22 Prozent aus. Weitere deutliche Zuwächse gab es demnach vor allem in Russland mit einem Plus von 16,1 Millionen Hektolitern und der Ukraine (plus 4,8 Millionen Hektoliter). Mit einem Absatzplus zwischen jeweils zwei und 2,8 Millionen Hektoliter erwiesen sich auch Mexiko, die USA, Brasilien, Venezuela und Vietnam als Wachstumsmärkte.
„Damit wird auch deutlich, wo die größten Potenziale für die Zukunft liegen, nämlich in Asien, Osteuropa und Südamerika“, sagte die Geschäftsführende Gesellschafterin von Barth & Sohn, Regine Barth. Im Zuge der Konzentration der Branche schwinde die Bedeutung der deutschen Brauereien zusehends.
Die 40 größten Brauereigruppen hätten 2007 einen Anteil von 85 Prozent an der gesamten Weltbierproduktion gehabt. Unter ihnen finden sich nur noch drei deutsche: Radeberger, Bitburger und Oettinger.
„Diese Statistik zeigt eindeutig, dass deutsche Brauereigruppen international kaum eine Rolle spielen, und auch in den Zukunftsmärkten sind sie so gut wie nicht vertreten“, sagte Barth. Zuvor hatte die Konzentrationswelle in der Branche mit der angekündigten Milliarden-Übernahme von US-Brauer Anheuser-Busch durch den belgischen Beck's-Mutterkonzern InBev einen neuen Höhepunkt erreicht. InBev steigt damit zum weltgrößten Bierbrauer auf.
Nach einem einmonatigen Abwehrkampf stimmte die Anheuser-Führung einem verbesserten Angebot von 52 Milliarden Dollar zu. Das ist die bislang größte Übernahme in der Brauereigeschichte. Jedes vierte Bier, dass weltweit getrunken wird, kommt künftig aus den Brauereien des neuen Großkonzerns.
AFP/Reuters/oht




