Wer als Frau in Deutschland im Job erfolgreich sein will, sollte lieber auf Kinder verzichten. In EU-Ländern wie Luxemburg oder Belgien ist das dagegen anders.

Das starke Lohngefälle hat viele Ursachen. Vor allem für Kinder unter drei Jahren gibt es in Deutschland zu wenige Betreuungsplätze - viele Mütter müssen darum zu Hause bleiben oder Teilzeit arbeiten. Hier ist der Staat gefordert, bessere Kinderbetreuung anzubieten. Doch auch die Arbeitgeber müssen umdenken, vor allem in mittelständischen Unternehmen. Sie sollten durch flexible Arbeitszeiten und spezielle "Reintegrationsprogramme" wie in Frankreich den jungen Müttern eine Wiedereingliederung erleichtern. Viele Personalchefs müssen zudem ihr traditionelles Weltbild überdenken, in dem eine erfolgreiche Doppelrolle als Mutter und Managerin immer noch nicht vorkommt.

Aber auch der Gesetzgeber ist gefordert: Ein "Erziehungsurlaub" von drei Jahren wie in Deutschland ist eindeutig zu lange. Er muss verkürzt werden auf höchstens 18 Monate. Frauen wären gezwungen, früher in den Job zurückzukehren, und es würde ihnen dann leichter fallen, wieder Anschluss im Unternehmen zu finden. Die jungen Mütter sollten dies nicht als Zumutung oder Druckmittel, sondern als Chance begreifen. Viele Frauen richten sich in ihrer Mutterrolle über Jahre ein. Auch das ist ein Grund für das starke Lohngefälle in Deutschland.