Die Verluste bei ihrer Investmentbank-Sparte (CIB) haben die französische Großbank BNP Paribas im vierten Quartal schwer belastet. Im abgelaufenen Vierteljahr habe dies wie erwartet zu einem Nettoverlust von 1,37 Milliarden Euro nach einem Nettogewinn von 1,01 Milliarden Euro ein Jahr zuvor geführt, teilte das nach Börsenwert größte Institut des Landes mit. BNP hatte vor rund drei Wochen vor einem Minus von etwa 1,4 Milliarden Euro gewarnt. Negativ hätten sich auch die Belastungen im Zusammenhang mit Engagements beim mutmaßlichen US-Anlagebetrüger Bernard Madoff in Höhe von 345 Millionen Euro ausgewirkt. Hinzu kam ein schwaches Geschäft in der Ukraine. BNP kündigte an, dort Arbeitsplätze abzubauen und 100 Filialen zu schließen.


Das Institut senkte die Dividende um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf einen Euro pro Aktie. BNP rechnet auch für das laufende Jahr mit anhaltend sehr schwierigen Marktbedingungen, sieht sich aber gut aufgestellt, um das raue Klima zu überstehen. BNP befindet sich derzeit in Gesprächen mit der belgischen Regierung über den Kauf von Teilen des Finanzkonzerns Fortis.

Die BNP-Zahlen waren schlechter als die der Societe Generale. Der einheimische Rivale gab am Mittwoch einen Nettogewinn von 87 Millionen Euro für das vierte Quartal bekannt. BNP steht aber besser da als viele andere europäische Konkurrenten. So hatten die Schweizer Banken UBS und Credit Suisse in diesem Monat Verluste von rund 5,4 bzw. 4,1 Milliarden Euro ausgewiesen, Lloyds Banking Group bei seiner Sparte HBOS etwa 9,6 Milliarden Euro.

AFP/dpa/Reuters/PHJ