Die Finanzkrise hat die Zahl der Aktionäre im vergangenen Jahr dramatisch einbrechen lassen. Allein im zweiten Halbjahr 2008 zogen sich mehr als als eine Million Aktienanleger vom Markt zurück, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) am Montag mitteilte. Damit seien nur noch 8,8 Millionen beziehungsweise 13,5 Prozent der Bevölkerung in Aktien oder Aktienfondsanteilen engagiert. Im Jahr 2001 waren es noch 20 Prozent der Bevölkerung.


Besonders deutlich wird der Rückgang bei Aktienfondsinhabern. Die Zahl der Besitzer von Anteilen an Aktienfonds oder Gemischten Fonds sank von 7,7 Millionen auf 6,6 Millionen. Jeder siebte Anleger in Aktienfonds habe sich damit im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres von seinen Fondsanteilen getrennt, berichtete das Institut.

Kritik an steuerlichen Bedingungen

Kaum verändert hat sich den Angaben zufolge die Zahl derer, die direkt Aktien halten. Sie belief sich im auch im zweiten Halbjahr weiter auf rund 3,6 Millionen.

„Die seit Jahren rückläufige Aktienakzeptanz breiter Bevölkerungsschichten entwickelt sich zu einem gravierenden Problem“, sagte DAI-Chef Rüdiger von Rosen. Neben der aktuellen Vertrauenskrise seien auch die steuer- und gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen als nicht aktienfreundlich anzusehen.

Mit der Versechsfachung der Bemessungsgrundlage für Aktienerträge im Rahmen der Einführung der Abgeltungsteuer werde die Aktie steuerlich erheblich diskriminiert, kritisierte er. Die jüngsten Aktionärszahlen beruhen laut DAI auf einer Infratest-Befragung von rund 30.000 Anlegern.

AP/PHJ