Die Bahntochter DB Schenker Rail will knapp 4000 ihrer mehr als 20.000 Stellen in Deutschland abbauen. Der Güterverkehrs-Vorstand der Bahn AG, Karl-Friedrich Rausch, erklärte in der Oktoberausgabe der Mitarbeiterzeitschrift „DB Welt“, dass für 2400 Beschäftigte „dauerhaft keine Arbeit“ mehr da sei und weitere 1500 Stellen wegen „struktureller Anpassungseffekte“ gestrichen werden müssten.
Begründet wird die Maßnahme mit dem aktuellen Rückgang im Transportaufkommen wegen der Konjunkturschwäche. Rausch erklärte außerdem, dass es in der Schienenverkehrs-Sparte wegen des dramatischen Preiskampfes mit den Lastwagen-Speditionen ein zusätzliches Arbeitsplatzrisiko gebe, dessen Höhe sich aber nicht zuverlässig abschätzen lasse. Nach Angaben eines Bahn-Sprechers soll der Abbau über natürliche Fluktuation und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.
Aus Konzernkreisen hieß es, seit März bis September seien bei der Schienenverkehrssparte etwa 8.500 Menschen in Kurzarbeit gewesen. Nach Angaben der Gewerkschaft Transnet arbeiten bei DB Schenker Rail 24.000 Menschen. Mit Gewerkschaften und Betriebsräten gebe es derzeit „intensive Diskussionen“ über die geplante Maßnahme, hieß es weiter.
Der Sprecher verwies auf den konzerninternen Arbeitsmarkt, der für die Vermittlung in andere Bereiche sorge. Bahnchef Rüdiger Grube hatte vor einigen Tagen erklärt, auf diese Weise hätten drei von vier Beschäftigten im Güterverkehr in andere Bereiche vermittelt werden können.
Laut Transnet stehen insgesamt bis zu 7000 Arbeitsplätze bei DB Schenker Rail AG auf dem Spiel. Transnet hatte vor dem „Kahlschlag beim Güterverkehr“ gewarnt und kritisiert, offenbar geplante Schließungen von Standorten in der Fläche sei eine falsche Reaktion auf die Krise. Sie würde ganze Regionen in Deutschland vom Schienengüterverkehr abkoppeln.
AP/oht



