Angesichts von Überlegungen von Schwarz-Gelb zur Bahnprivatisierung haben Konzernführung und Gewerkschaften vor einer Zerschlagung des Unternehmens gewarnt. Sie forderten zusammen mit der Allianz pro Schiene vielmehr eine Investitionsoffensive und klare Ziele zur Erhöhung des Verkehrsanteils der Schiene und zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes im Verkehr insgesamt.

Bahnchef Rüdiger Grube sagte, er wolle den Börsengang des Konzerns „als Option behalten“. Er wäre jedoch „mit dem Klammerbeutel gepudert“, wenn er dies in der jetzigen Krise angehen würde. „Das wäre eine Wertvernichtung des Unternehmens.“ Er sei nur zu einem Börsengang bereit, wenn der Wert des Unternehmens beim Verkauf der Anteile erzielt würde.

Zuvor hatten Unionsfraktionsvize Hans-Peter Friedrich (CSU) und der FDP-Verkehrspolitiker Patrick Döring einen neuen Anlauf zur Privatisierung des Unternehmens und die Festschreibung dieses Vorhabens im Koalitionsvertrag angekündigt. Es stand allerdings auch in der Vereinbarung der Großen Koalition, die angesichts der Finanzkrise Ende 2008 jedoch den bereits terminierten Gang auf den Kapitalmarkt vorerst aufgab.

Der Bahnchef warnte ebenso wie die Gewerkschaften Transnet und GDBA davor, die Bahn zu zerschlagen. Nur der integrierte Konzern könne die Leistungen der Bahn auf dem derzeitigen Niveau halten und verbessern, sagte Grube. Er lobte insbesondere den Bahn-internen Arbeitsmarkt, der beispielsweise ermögliche, die durch den Rückgang im Güterverkehr freiwerdenden Arbeitskräfte bei den Infrastrukturmaßnahmen aus den Konjunkturpaketen einzusetzen.

Die Gewerkschaftsvorsitzenden Alexander Kirchner und Klaus-Dieter Hommel warnten, „das erfolgreiche Modell es integrierten Bahnkonzerns anzutasten und die DB AG zerschlagen zu wollen“. Auch der SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer warnte vor einer leichtfertigen Aufgabe des Konzernverbundes.

AP/Reuters/dma