Tabellen: Höhere Strompreise ab Februar 2009 – Übersicht
Jetzt kommt Schwung in den Wettbewerb auf dem Strommarkt. Während mehr als 50 Versorger ihre Preise um bis zu neun Prozent anheben wollen, hat der Stromkonzern Vattenfall Europe für seine Standorte Berlin und Hamburg angekündigt, die Tarife über das Jahr stabil zu halten. Zur Not werde der Konzern auf Gewinne verzichten, sagte Konzernchef Tuomo Hatakka. Ziel sei es, "eine erhebliche Anzahl neuer Kunden zu gewinnen".
Vattenfall Europe, Tochter der schwedischen Vattenfall-Gruppe, hatte zuletzt im Juli 2007 die Strompreise angehoben. Nicht zuletzt wegen Fehler bei der öffentlichen Darstellung dieser Preiserhöhung verlor das Unternehmen in den Monaten danach einige Hunderttausend Kunden.
Die Vattenfall-Konkurrenten erhöhen ihre Strompreise wie angekündigt. "Über Hundert Stromanbieter wollen nachziehen. Auch Kunden von E.on sind ab Februar 2009 betroffen", sagte Alexa von Dewitz, Sprecherin des Preisvergleichs-Portals Idealo . Strom bei E.on wird am 1. Februar zwischen 7,4 und 9,2 Prozent teurer.
Die Regionalgesellschaften der RWE erhöhen die Preise zum 1. April um durchschnittlich 6,8 Prozent. Ein Grund dafür seien die Großhandelspreise: Der Strom, der 2009 zur Auslieferung ansteht, wurde größtenteils 2008 bei den Kraftwerksbetreibern gekauft. Im vergangenen Jahr war der Großhandelspreis zur Lieferung 2009 jedoch vor allem in der Folge des Ölpreis-Rekords um im Schnitt 50 Prozent gestiegen.
Weil die Großhandelspreise seit Herbst 2008 jedoch wieder rapide sinken, rechnen Verbraucherschützer auch mit fallenden Endverbraucherpreisen ab Mitte 2009, spätestens Anfang 2010. "Die Preise müssen in der zweiten Jahreshälfte runter", sagte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin.
"Die Tarife könnten um bis zu zehn Prozent fallen", sagte Krawinkel. Dabei hofft er auf die Wirkung des Wettbewerbs: "Wir raten den Kunden dringend, sich nicht mit Preisstabilität zufrieden zu geben und ihre Anbieter zu wechseln."
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