Die Opel-Beschäftigten wollen am Donnerstag an allen vier deutschen Standorten Demonstrationen für den Erhalt der Werke und ihrer Arbeitsplätze veranstalten. Einen entsprechenden Bericht des Hessischen Rundfunks bestätigte IG-Metall-Sprecher Jörg Köhlinger. Anlass seien die außerordentliche Aufsichtsratssitzung am Freitag, in der Grundzüge eines Zukunftskonzeptes präsentiert werden sollen. Näheres soll am Dienstag mitgeteilt werden.

Der HR berichtete unter Berufung auf den Opel-Betriebsrat, geplant sei für Donnerstag ein europaweiter Aktionstag an allen Standorten von General Motors Europe mit Ausnahme des Saab-Werks in Schweden.

Der Betriebsrat fordert den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz hatte erklärt, das Unternehmen sei auf dem Weg der Loslösung vom Mutterkonzern General Motors.

Nur eine europäische Lösung komme infrage, sagte er. Laut HR hält der Betriebsrat es für denkbar, dass die vier Bundesländer mit Opelstandorten, der Bund und die Opelhändler sich einbringen. Außerdem werde eine Lösung gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall angestrebt.

Die Bundesregierung erwägt zur Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel einem Bericht zufolge auch die Gewährung eines Kredits. Eine solche Hilfe sei derzeit neben einer Bürgschaft für Bankkredite im Gespräch, berichtet die „Financial Times Deutschland“. Eine Übernahme von Anteilen, wie sie Politiker von Union und SPD sowie mehrere Bundesländer in Betracht ziehen, finde dagegen in der Regierung keine Zustimmung, hieß es aus Kreisen in Berlin.

Mit einem Kredit könnte der Bund Opel schneller unter die Arme greifen als mit einer Bürgschaft, bei der erst Banken gefunden werden müssten, die das Geld aufbringen, schreibt das Blatt. Die deutsche Adam Opel GmbH soll zunächst aus dem ebenfalls schwer angeschlagenen US-Mutterkonzern General Motors herausgelöst werden, was lange dauern würde. Da Opel einen Finanzbedarf in Milliardenhöhe decken muss, dränge die Zeit.

AP/dpa/lk