Der Elektrokonzern Siemens steigt beim Computerhersteller Fujitsu Siemens aus. Der japanische Joint-Venture-Partner Fujitsu übernehme die 50-prozentige Beteiligung von Siemens zu einem Kaufpreis von rund 450 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Das Geschäft solle zum 1. April 2009 abgeschlossen werden und stehe noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der zuständigen Behörden.
Im Zuge der Transaktion gebe Fujitsu-Siemens-Chef Bernd Bischoff den Vorstandsvorsitz „aus persönlichen“ Gründen ab, hieß es. Zu seinem Nachfolger sei der derzeitige Finanzchef des Unternehmens, Kai Flore, ernannt worden.
Nach dem Schritt werde man sich weiter auf die strategische Entwicklung der Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit konzentrieren, erklärte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser laut Mitteilung. „Wir freuen uns, dass unser Joint-Venture-Partner Fujitsu unsere Beteiligung an Fujitsu Siemens Computers übernimmt und das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen wird.“
Das Gemeinschaftsunternehmen erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 6,6 Milliarden Euro und einen Vorsteuergewinn von 105 Millionen Euro. Deutschlandweit arbeiten rund 6200 Menschen für den Computerhersteller, weltweit hat FSC 10.500 Mitarbeiter. Zu den wichtigsten Standorten in Deutschland gehören Augsburg, München, Paderborn, Sömmerda und Bad Homburg.
Vor zwei Jahren war vereinbart worden, die Zahl der Mitarbeiter im Inland bis März 2010 stabil zu halten, in der Produktion in Augsburg und im thüringischen Sömmerda gilt diese Übereinkunft sogar bis zum Jahr 2012. „Wir haben Diskussionen mit Siemens geführt und denken nicht an Stellenstreichungen in Deutschland“, sagte Fujitsu-Vorstand Tatsuo Tomita.
In Verhandlungskreisen hieß es, Fujitsu erwäge, die PC-Sparte von FSC anschließend an den chinesischen Rivalen Lenovo weiterzureichen, der bereits das Geschäft mit Personal Computern von IBM übernommen hatte. Die Japaner setzen mehr auf IT-Dienstleistungen und Mobiltelefone. Fujitsu sagte hingegen, es fänden derzeit keine Diskussionen statt.
AP/dpa/lw



