Die Infineon-Aktie ist unter die 1-Euro-Marke gefallen. „Damit dürfte Infineon der erste Penny-Stock im Dax sein“, sagte ein Händler.
Der Münchner Chiphersteller rutscht immer tiefer in die roten Zahlen. Im vierten Quartal seines Geschäftsjahres meldete der Konzern ein um 29 Prozent gestiegenes Minus von 763 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr, das am 30. September endete, summierte sich der Konzernfehlbetrag damit auf 3,12 Milliarden Euro, wie Infineon bekanntgab.
Nach der Vorlage von Geschäftszahlen stürzten die Papiere des Chipherstellers bereits um 23 Prozent ab, am späten Nachmittag beschleunigte sich dann der Sinkflug des Papiers. „Die Zahlen waren katastrophal. Der Verlust ist mehr als doppelt so hoch wie erwartet worden war, und Infineon hat keine Möglichkeiten mehr Kosten zu sparen“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von FrankfurtFinanz.
Anders als zuletzt wurde Infineon im vierten Quartal nicht nur von seiner zum Verkauf stehenden hochdefizitären Tochter Qimonda ins Minus gerissen, sondern machte auch selbst 244 Millionen Euro Verlust bei einem Umsatz von 1,153 Milliarden. Im Vorquartal hatte Infineon ohne Qimonda noch 71 Millionen Euro Gewinn gemacht.
Im ersten Geschäftsquartal 2009 erwartet Infineon angesichts von Finanzkrise und Konjunktureinbruch einen Umsatzrückgang von etwa 30 Prozent und einen signifikanten Rückgang im Ergebnisbereich. Eine Prognose für das Gesamtjahr sei nur bedingt möglich, erklärte das Unternehmen. Es erwarte aber, dass der Umsatz um mindestens 15 Prozent sinken werde.
Qimonda soll nicht mehr verschenkt werden
Von der kriselnde Tochter Qimonda droht Infineon offenbar auch in Zukunft Unheil: Es sei nicht sichergestellt, dass die aktuellen Maßnahmen die Tochter in die Lage versetzen würden, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, erklärte der Konzern. „Für den Fall, dass Qimonda seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, könnte Infineon bestimmten erheblichen Verbindlichkeiten des Qimondageschäfts ausgesetzt sein“, warnte der Chiphersteller vor weiteren Belastungen.
Seine Pläne, die ungeliebte Tochter, die Infineon seit längerem erfolglos zu verkaufen versucht, notfalls bei der nächsten Hauptversammlung als Sachdividende an die Aktionäre zu verschenken, hat das Unternehmen dennoch aufgegeben. Angesichts des Kursniveaus sei dies keine sinnvolle Maßnahme mehr. Es gebe allerdings keine Sicherheit, dass der Verkauf gelingen werde, erklärte Infineon.
Reuters/PHJ




