Bahnreisen

ICE-Klon macht China flott für Olympia

China hat die erste Strecke für Super-Hochgeschwindigkeitszüge eröffnet: Sie verbindet Peking mit der Küstenstadt Tianjin, zum Einsatz kommen Züge mit deutscher ICE-Technik. Die ersten von ihnen wurden in Deutschland produziert, die große Mehrheit anschließend in China.


Die mit deutscher ICE-Technologie gebauten Züge fahren künftig mit bis zu 350 Stundenkilometern zwischen der Hauptstadt Peking und der 120 Kilometer entfernten Küstenstadt Tianjin. Die Fahrtzeit auf der Strecke verkürzt sich von 70 auf 30 Minuten. Die Eröffnung der Strecke erfolgte planmäßig kurz vor Olympia-Beginn; in Tianjin findet ein Teil der Wettkämpfe statt. Die bislang schnellste Eisenbahn in China fuhr mit einer Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern und war damit langsamer als vergleichbare Züge in anderen Ländern.

Die im April vorgestellten neuen Super-Züge basieren technisch auf dem deutschen ICE. Der Siemens-Konzern baute sie nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem chinesischen Partnerunternehmen Tangshan Locomotive & Rolling Stock Works. Die Konstruktion des neuen Hochgeschwindigkeitszugs habe an den deutschen Siemens-Standorten Erlangen und Krefeld-Uerdingen stattgefunden. Nach dem Bau der ersten drei Züge und wichtiger Komponenten in Deutschland seien die weiteren Züge in Tangshan produziert worden. Die chinesischen Züge sind Siemens zufolge 200 Meter lang und bieten mehr als 600 Passagieren Platz.


Mit der neuen Bahnverbindung ist die Volksrepublik dem kleinen Club der Länder mit Hochgeschwindigkeits-Zügen beigetreten, dem neben Deutschland auch Frankreich und Japan angehören. Die Hochgeschwindigkeitszüge in anderen Ländern seien zwischen 270 und 320 Stundenkilometer schnell, aber keiner bringe es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 350 Stundenkilometern, erklärte das chinesische Bahnministerium. Während der Olympischen Spiele würden für die Fahrten zwischen Peking und Tianjin 94 Hochleistungslokomotiven eingesetzt, sagte Vize-Bahnminister Wang Zhiguo laut Presseberichten.

Mit dem neuen Super-Hochgeschwindigkeitszug rollt einmal mehr deutsche Technologie durch das Reich der Mitte. In Schanghai nahm Ende 2003 die weltweit erste kommerziell genutzte Transrapid-Strecke ihren Betrieb auf und verbindet seitdem die Millionenmetropole mit dem Flughafen. Die Transrapid-Strecke soll ungeachtet der Proteste von Anwohnern bis zur Metropole Hangzhou verlängert werden.