Auch die bislang der Finanzkrise trotzende US-Investmentbank Goldman Sachs ist einem Pressebericht zufolge in die roten Zahlen gerutscht. Goldman Sachs werde im vierten Quartal einen Verlust in Höhe von bis zu zwei Milliarden Dollar (knapp 1,6 Milliarden Euro) ausweisen müssen, berichtete die Zeitung „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Veröffentlichen wird die Bank ihre Zahlen am 16. Dezember. Das dritte Quartal hatte Goldman Sachs noch mit einem Gewinn in Höhe von 845 Millionen Dollar abgeschlossen. Dies war aber bereits ein Rückgang um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Der Fehlbetrag entstand laut der Zeitung vor allem wegen Abschreibungen, die Goldman Sachs in allen möglichen Bereichen habe vornehmen müssen. Unter anderem seien Wertkorrekturen bei Beteiligungskrediten oder gewerblichen Immobiliendarlehen nötig gewesen. Je Aktie kämen die zwei Milliarden Dollar einem Minus von fünf Dollar gleich. Das ist deutlich mehr als Analysten vorausgesagt hatten. Von Reuters befragte Experten rechneten im Schnitt mit einem Verlust von 1,27 Dollar je Aktie für das am 28. November zu Ende gegangene vierte Quartal.

Goldman Sachs kam lange Zeit vergleichsweise unbeschadet durch die Finanzkrise und schlug durch Spekulation auf fallende Kurse zeitweise sogar Profit daraus. Ein Verlust im vierten Quartal wäre der erste seit dem Börsengang von Goldman Sachs 1999. Die Aktie der Bank hat seit Anfang September an der New Yorker Börse fast 60 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Reuters/AFP/dma