Die Gewerkschaft Transnet hat nach einem Bericht des Berliner „Tagesspiegels“ der Deutschen Bahn mit Streiks in der anstehenden Tarifrunde gedroht. „Wenn die Bahn auf die vermeintliche Krise verweist, womöglich eine Nullrunde fordert und sich in Verhandlungen nicht bewegt, ist ein Streik unausweichlich“, sagte Alexander Kirchner, der Vorsitzende der Transnet, der Zeitung.

Er lehnte es ab, angesichts der Wirtschaftskrise die Forderung nach zehn Prozent mehr Lohn zu relativieren. „Wir werden uns nicht mit Marginalien abspeisen lassen.“ Im Personenverkehr gebe es keinen Abschwung, der Güterverkehr auf der Schiene boome ohnehin. Streiks wären ab Ende Januar möglich, wenn die Friedenspflicht ausläuft. Kirchner sagte, er sehe nicht, dass es schon vorher ein Ergebnis mit der Bahn geben werde.

Von der Bundesregierung forderte Kirchner mehr Geld für die Schiene. Statt einer halben Milliarde Euro, wie angekündigt, müssten es fünf Milliarden sein.

Das Geld dürfe nicht nur in neue Autos oder Straßen fließen, Investitionen in die Schiene nützten dem Standort Deutschland auf Dauer viel mehr.

Außerdem müsse die Bahn konkurrenzfähig bleiben. Der Gewerkschafts-Chef sagte dem Blatt weiter: „In Frankreich steckt der Staat Milliarden in die Schiene, um die SNCF zu päppeln. Wenn die Bahn europaweit mithalten soll, muss der Staat mehr tun.“

dpa/oht