Der Milliardär Adolf Merckle verhandelt fieberhaft mit den Banken, um sein in finanzielle Turbulenzen geratenes Firmenimperium zu sichern.
Eine Sprecherin sagte, man sei von Seiten der Familie Merckle bemüht, eine Lösung zu finden. Ein Stillhalteabkommen zwischen Merckle und den Banken läuft um Mitternacht aus. Die Sprecherin schloss nicht aus, dass versucht werde, das Abkommen zu verlängern.
Die Familie Merckle bot in den Verhandlungen erhebliche Sicherheiten und Einlagen aus ihrem privaten Vermögen an, wie Merckles VEM Vermögensverwaltung GmbH meldete. Sie kämpft mit den Auswirkungen der Finanzkrise und dem Verfall der Börsenkurse. Gewinne aus dem Wertpapiergeschäft der VEM seien immer in das operative Geschäft investiert worden, teilte die Gesellschaft mit.
Verluste im Wertpapiergeschäft
Hintergrund der Krise sind laut Merckle Kapitalerhöhungen beim Beteiligungsunternehmen Heidelberg Cement, die teilweise mit Krediten finanziert wurden. „Als Sicherheiten für diese Kredite wurden Aktien hinterlegt. Durch die in diesem Ausmaß unvorhersehbare Finanzmarkt- und Börsenkrise sind die Aktien in ihrem Wert abgestürzt“, erklärte VEM. So seien im Wertpapiergeschäft erhebliche Verluste gemacht worden, wodurch der jetzige Liquiditätsengpass bei der VEM entstanden ist. Danach seien die Verluste bei Volkswagen hinzugekommen. „Der sich so ergebende Liquiditätsengpass der VEM kann kurzfristig nur durch die Mitwirkung der Banken ausgeglichen werden.“
Im Gespräch ist auch ein Verkauf des Pharmaherstellers Ratiopharm, der Merckle gehört. Nach Auffassung der Stuttgarter Landesregierung kommt die Familie um einen Verkauf kaum noch herum. Als mögliche Käufer wurden bisher unter anderem Sanofi-Aventis und die israelische Teva-Gruppe genannt.
AP/Reuters/PHJ


