Trotz eines beschleunigten Abschwungs sieht Direktoriumsmitglied Jürgen Stark vorerst kaum Spielraum für weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank.
Nach der substanziellen Senkung der Rate seien die Möglichkeiten so begrenzt, dass voraussichtlich nur kleine Schritte denkbar seien zu, erklärte das deutsche Mitglied des Führungsteams der EZB am Mittwoch bei einem Symposium in Tübingen. Mit neuen aussagekräftigen Daten zur Entwicklung der Inflation in der Euro-Zone sei sehr wahrscheinlich nicht vor Februar oder März zu rechnen.
Nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Christian Noyer wird die Wirtschaft der Eurozone im vierten Quartal deutlich schrumpfen und bis zur zweiten Hälfte 2009 keine Anzeichen für eine Erholung zeigen. „Der Abschwung ist so stark und so plötzlich, dass eine rasche Erholung unwahrscheinlich ist“, sagte Noyer der französischen Zeitung „Le Figaro“.
Auch für die Weltwirtschaft erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) 2009 keine baldige Besserung. Der Fonds werde seine Wachstumsprognose im Januar sicherlich nach unten korrigieren, sagte der stellvertretende IWF-Direktor John Lipsky in Frankfurt. Andererseits sei auch mit einer stärkeren politischen Reaktion auf die Lage zu rechnen. Europa habe noch Spielraum für eine weitere Zinssenkung, die USA und Japan nicht, fügte er hinzu.
Die EZB hat die Leitzinsen seit Anfang Oktober in drei Schritten um insgesamt 175 Basispunkte gesenkt, zuletzt in der vergangenen Woche um 75 Basispunkte auf 2,5 Prozent. Sie will damit die Wirtschaft mit billigem Geld ankurbeln.
Reuters/PHJ




