Trendumkehr bei den Insolvenzen: Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform (Neuss) ist die Zahl der Firmenpleiten in diesem Jahr erstmals seit 2003 wieder gestiegen. Dagegen sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen zum ersten Mal seit 1999, als die Einführung der neuen Insolvenzordnung es vereinfachte, Privatinsolvenz anzumelden. Wie Creditreform in Frankfurt am Main mitteilte, traten in diesem Jahr 29.800 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter an.

Das waren 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging von 105.300 im Vorjahr auf 98.500 zurück. Diese Abnahme beruhe allerdings nicht auf einer Verbesserung der Lage, sondern vielfach darauf, dass Gerichte ihre Beratung eingeschränkt hätten. Die Gesamtzahl der Insolvenzen – wozu zum Beispiel auch ehemalige Freiberufler gezählt werden – sank laut Creditreform binnen Jahresfrist um 4,9 Prozent auf 156.700 Fälle.

Vor allem junge Unternehmen sind in Gefahr

Der Anteil an Mikrobetrieben am Insolvenzgeschehen steigt seit Jahren an. Mehr als jeder vierte Antrag (25,8 Prozent; Vorjahr: 25,5 Prozent) betrifft mittlerweile einen Betrieb, der weniger als 100.000 Euro im Jahr umgesetzt hat. Betriebe, die fünf Millionen Euro und mehr Umsatz pro Jahr erwirtschaften, machen demgegenüber nur einen sehr geringen Teil vom Insolvenzgeschehen aus. In diesem Jahr sind es 4,1 Prozent Anteil; im Jahr 2007 waren es 4,2 Prozent. Insolvenzgefährdet sind Betriebe insbesondere in den ersten vier Jahren ihres Bestehens.

Dieser Anteil erhöhte sich im Jahresverlauf noch einmal leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 33,1 Prozent. Leicht zugenommen hat aber auch der Anteil der insolventen „Traditionsunternehmen“, die bereits seit mehr als zehn Jahren am Markt sind, und zwar von 35,4 (2007) auf aktuell 35,5 Prozent.

Reuters/dpa/PHJ