Die Regierung kläre die Bürger nicht umfassend auf, sagte Braun. Wenn er Deutschland mit einem Schwellenland vergleiche, dann würden die Lebensgewohnheiten der Deutschen von den auf dem Klimagipfel der Bundesregierung beschlossenen Klimazielen stärker berührt sein als die eines Reisbauern in China.
„
Das heißt, die Regierung muss der Bevölkerung klarmachen, dass die Umsetzung ihrer Klimaziele zu gravierenden Veränderungen unseres Lebens führt“, sagte Braun. Klimaschutz sei mehr als eine wirtschaftspolitische Entscheidung. Er treffe nicht nur die Wirtschaft, sondern alle. „Denn in der Konsequenz bedeutet Klimaschutz zum Beispiel Einschränkung der Mobilität und damit Einschränkung von Lebensqualität."
Braun weiter: "Wir als die wohlhabendere Region, verglichen mit Asien, Südamerika oder Afrika, werden in unserem Alltag auf lieb gewonnene Gewohnheiten als Erste verzichten müssen. Erst dann werden die anderen bereit sein, unserer Politik zu folgen.“ Das müsse die Bundesregierung dem Bürger offen sagen. Als Beispiel für den Verzicht auf Lebensqualität nannte Braun den Automobilbau. „Damit die Konzerne die Klimaziele einhalten, könnten sie gezwungen werden, Autos in der Höchstgeschwindigkeit und in ihrer Motorleistung zu beschränken. Damit kann man leben, keine Frage. Früher sind wir auch mit 34-PS-Autos nach Italien gefahren. Wir müssen uns aber als Bürger und Konsumenten fragen, ob wir das wollen“, sagte er.
Vom Energiegipfel in der vergangenen Woche ist er enttäuscht. „Ich hätte mir jetzt eine klare Orientierung für eine verlässliche Energiepolitik gewünscht“, sagte der DIHK-Chef der WELTONLINE. Nur so könne sich die Wirtschaft auf einer soliden Kalkulationsbasis weiterentwickeln. „Jetzt machen wir zunächst im Prinzip weiter so wie bisher. Ich glaube, dass die Zeit uns etwas anderes lehren wird“, sagte Braun.




