Die zwei schwächelnden US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler wollen einem Zeitungsbericht zufolge noch vor der US-Präsidentschaftswahl fusionieren. Die Unternehmen strebten eine Vereinbarung innerhalb der kommenden zwei Wochen an, berichtete die Zeitung "USA Today" auf ihrer Website.


Zudem setzten sich die Konzerne bei der Regierung in Washington für staatliche Finanzhilfen bei dem Geschäft ein, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf über die Gespräche informierte Kreise.

Zuvor verlautete aus informierten Kreisen, Chrysler und GM hätten ihre Verhandlungen intensiviert. Demnach versuchten die beiden Konzernriesen herauszufinden, ob das Einsparpotenzial bei einem Zusammenschluss die Kosten und Schwierigkeiten einer Fusion aufwiegen könne. GM habe es vor allem auf die Finanzmittel von Chrysler abgesehen, da der Konzern am Kapitalmarkt derzeit nur schwierig Kredite bekommt und gleichzeitig die Umsätze einbrechen. Haupteigentümer von Chrysler ist die Beteiligungsgesellschaft Cerberus. Daimler hält noch knapp 20 Prozent an Chrysler und will die Beteiligung loswerden.

Käme es zum Deal zwischen zwei der - neben Ford - „Großen Drei“ am US-Automarkt, könnte dies der Opel-Mutter GM ihre Spitzenposition am Weltmarkt sichern, die ihr der japanische Toyota-Konzern dieses Jahr erstmals streitig macht. Allerdings müssten die beiden Autobauer im Fall einer Fusion eine ganze Reihe von Hürden meistern: Die sich überschneidenden Produktpaletten müssten eingeebnet werden, auch sind die Unternehmenskulturen sehr verschieden und müssten zusammengeführt werden.


Zögernde Konsumenten haben die Autoverkäufe in den USA in jüngster Zeit einbrechen lassen, während gestiegene Rohstoffpreise der Branche zusätzlich zu schaffen machen. So verkaufte GM im September 15,8 Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat.

Bei Chrysler fielen die Verkaufszahlen im gleichen Zeitraum sogar um 33 Prozent - besonders stark sichtbar wurde die rückläufige Nachfrage bei den Gelände- und Luxusmodellen. Die Unternehmen machen daher seit längerem massive Verluste.

AFP/Reuters/dma