Die Absatzkrise in der Autobranche sorgt einer Studie zufolge für massive Produktionsrückgänge. Die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) rechnet damit, dass in den vom Verkaufsrückgang besonders betroffenen Ländern Westeuropas und in den USA zwischen 2008 und 2011 über fünf Millionen Autos weniger von den Bändern rollen werden als bisher erwartet.

Mit 4,3 Millionen Fahrzeugen entfalle der Großteil davon auf die USA, teilte PWC mit. Dort kämpfen die Hersteller schwer ums Überleben. General Motors und Chrysler wollen sich zusammenschließen, was zu Werksschließungen und Personalabbau führen dürfte. 2011 werden der Studie zufolge in Nordamerika nur 9,9 Millionen Personenwagen gebaut. 2007 waren es noch 10,5 Millionen. Die hohen Spritpreise und die Sorge vor einer Rezession haben auch in Europa die Verkaufszahlen der Hersteller sinken lassen. Für Westeuropa wird mit einem kumulierten Produktionsausfall von einer Million Autos gerechnet. Für 2011 erwarten die PWC-Experten, dass 13,7 (2007: 14,1) Millionen Autos gebaut werden.

Wegen der Autokrise haben in Deutschland bereits einige Autobauer vorübergehend die Bänder gestoppt, um nicht auf Halde zu produzieren. Daimler schickt rund 150.000 Beschäftigte in seinen deutschen Werken Mitte Dezember in die auf vier Wochen verlängerten Weihnachtsferien. Auch der Münchener Autobauer BMW stoppt für mehrere Tage die Produktion - sowohl in Leipzig als auch in den bayerischen Werken München, Regensburg und Dingolfing. BMW die Produktion in diesem Jahr um 25 000 Fahrzeuge zurückfahren und damit auf die sinkende Nachfrage reagieren. Volkswagen erwägt eine eine Verlängerung der Werksferien um einige Tage.

Während die Kfz-Produktion im Westen schrumpft, steigt er der Studie zufolge in den aufstrebenden Volkswirtschaften. In den großen Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC-Staaten) dürften 2011 insgesamt 20,9 (2007: 13,0) Millionen Wagen aus den Fabriken rollen. Allerdings hinterlässt die Finanzkrise auch dort Bremsspuren beim Absatz. Der Automobilmarkt dürfte zwischen 2007 und 2011 noch um jährlich 11,1 Prozent zulegen, nachdem sich das Absatzplus zwischen 2003 und 2007 noch im Schnitt auf 17,7 Prozent belaufen hatte. Bisher konnten die Hersteller den Verkaufsrückgang in Westeuropa und den USA durch Zuwächse in Schwellenländern wettmachen.

Trend geht zu kleineren Pkw

Steigende Benzin- und Rohstoffpreise, Klimaschutzauflagen und ein wachsendes Umweltbewusstsein der Verbraucher zwingen die Hersteller zur Entwicklung sparsamer und kleinerer Wagen. PWC rechnet damit, dass der Anteil der Pkw mit weniger als 1,6 Litern Hubraum an der weltweiten Produktion bis 2011 auf 46,7 Prozent von 39,5 Prozent im vergangenen Jahr steigen wird. Der Anteil schwerer Wagen mit mindestens drei Litern Hubraum werde dagegen auf 13,5 (18) Prozent sinken.

Reuters/dpa/dma