Der wachsende Hunger der Europäer auf Tiefkühlpizza und der anhaltende Boom der Container-Schifffahrt bescheren dem Oetker-Konzern weiterhin ein stürmisches Wachstum. Das Familienimperium, das fast genauso viel Geld mit seiner Reedereigruppe wie mit Backpulver, Götterspeise, Bier und Spirituosen verdient, steigerte 2007 seinen Umsatz um 8,4 Prozent auf 7,75 Mrd. Euro, wie der persönlich haftende Gesellschafter August Oetker meldete.

Größter Wachstumsträger war die Schifffahrtssparte Hamburg-Süd, die vom Boom der Weltwirtschaft profitierte und ihre Umsätze trotz des schwachen Dollar um 12,4 Prozent steigern konnte. Die Reederei erwirtschaftet mit ihren Containerschiffen inzwischen fast die Hälfte des Konzernumsatzes.


Doch auch die Nahrungsmittelsparte glänzte mit ihrem Sortiment von der Backmischung bis zum Fertigpudding und steigerte ihre Umsätze um 7,4 Prozent. Dabei wurden leichte Einbußen in Deutschland vom Geschäft im Ausland mehr als wettgemacht. Vor allem Tiefkühl-Pizzen aus dem Hause Oetker erfreuen sich europaweit wachsender Beliebtheit. Auch Fertigdesserts, Rote Grütze und Götterspeise trugen zum Wachstum bei.


Die ebenfalls zum Oetker-Konzern gehörende größte private Brauereigruppe Deutschlands, die Radeberger Gruppe (Radeberger, Schöfferhofer, Jever) macht dagegen der sinkende Durst der Bundesbürger auf Gerstensaft zu schaffen. So wertete es August Oetker schon als Erfolg, dass die Brauereigruppe ihren Absatz stabil halten konnte.

Deutlich besser verlief dagegen das Geschäft mit Sekt und Spirituosen. Die wachsende Nachfrage nach Henkell-Sekt, Wodka Gorbatschow und anderen Alkoholika aus dem Hause Oetker bescherten der Sparte ein Umsatzplus von fast elf Prozent. Keine genauen Angaben macht der Familienkonzern zum Ergebnis. Allerdings betonte Finanzchef Ernst Schröder, auch 2007 habe der Konzern „steigende Ergebnisqualität und gute Ergebnisentwicklung“ verzeichnet.

AP/oht