Die großen deutschen Unternehmen verlassen sich bei der Ausbildung junger Menschen auch auf kleine und mittlere Firmen. Mit eigenen Anstrengungen halten sie sich zurück. Dies berichtete die „Frankfurter Rundschau“ unter Berufung auf eine Umfrage der Grünen im Bundestag.


Demnach brachten es die im Deutschen Aktienindex (Dax) vertretenen Konzerne 2007 auf eine Ausbildungsquote von 5,2 Prozent. Der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt liege bei 6,5 Prozent. „Ausgerechnet die stärksten deutschen Unternehmen kommen in ihrer Mehrzahl ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für die Ausbildung junger Menschen nicht nach“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Priska Hinz.


Auch der konjunkturelle Aufschwung und die Klage über einen Fachkräftemangel hätten daran nichts geändert. Vielmehr brachte auch die verbesserte wirtschaftliche Lage keinen Anstieg der Ausbildungsquote. Die Spannbreite ist allerdings groß: Mit neun Prozent liegt der Maschinen- und Fahrzeugbauer MAN an der Spitze der 30 Dax-Konzerne, der Finanzkonzern Hypo Real Estate mit 0,8 Prozent am Ende. MAN, Allianz, Deutsche Bank und Siemens steigerten ihre Quoten deutlich.


Linde, Hypo Real Estate sowie Metro hätten ihr Engagement sogar zurückgefahren. Bei einigen Unternehmen registrierten die Grünen einen ausgeprägten Unwillen, die Karten offen zu legen. „Bei vielen musste mehrfach nachgehakt werden“, heißt es in der Auswertung.

Einige – die Grünen nannten demnach Thyssen-Krupp und Deutsche Post – hätten zunächst unbrauchbare Antworten gegeben. Wie schon bei der vorigen Umfrage habe sich die Deutsche Börse komplett geweigert, etwas über ihre Ausbildungsleistung zu sagen. Auch SAP habe diesmal geschwiegen.

ddp/oht