Nach der Gewerkschaft haben die Arbeitgeber kurz vor der entscheidenden Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie Entgegenkommen signalisiert. „Wir werden uns nach Kräften bemühen, am Dienstag zu einer Einigung zu kommen“, sagte der Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser dem „Handelsblatt“. „Beide Seiten, die IG Metall genauso wie wir, werden sich jetzt aufeinander zu bewegen.“

Den Vorschlag der Gewerkschaft für einen Tarifabschluss mit längerer Laufzeit bewertete Kannegiesser als positiv. „Das ist in jedem Fall ein konstruktives Signal“, sagte der Gesamtmetall-Chef der Zeitung weiter. Es zeige, „dass auch die IG Metall bereit ist, aktiv Lösungen zu suchen“.

Der Chef des Metall-Arbeitgeberverbandes in Nordrhein-Westfalen, Horst-Werner Maier-Hunke, forderte ein Tarifergebnis, das auch Betriebe mit Schwierigkeiten verkraften könnten. „Wir brauchen einen Abschluss, der flexibel ist“, sagte er der „Financial Times Deutschland“.

Kleinere Betriebe und Zulieferer litten besonders unter dem Konjunkturabschwung und Auftragsrückgängen. Die Krise wird seinen Worten zufolge bald bei den Arbeitnehmern ankommen. Er rechne damit, dass Kurzarbeit oder Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung nötig würden.

Am 11. November treffen sich die Tarifparteien im Pilot-Bezirk Baden-Württemberg zu ihrer nächsten Verhandlungsrunde. Für den Fall eines Scheiterns hat die IG Metall für die darauf folgende Woche Streiks angekündigt. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Lohn für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche. Die Arbeitgeber haben bislang einen Aufschlag um 2,1 Prozent und eine Einmalzahlung geboten.

Einen Tag vor den Verhandlungen setzten Metaller ihre Warnstreiks und Protestkundgebungen fort. Nach Angaben der Gewerkschaft in begannen die Aktionen gegen sechs Uhr morgens vor dem Werkstor des Maschinenbaubetriebs Waldrich in Coburg. Dort beteiligten sich laut IG Metall 200 Mitarbeiter an einem Warnstreik. Auch in Bamberg, Rosenheim und Aschaffenburg sollte es zu Arbeitsniederlegungen kommen.

dpa/oht