Nach einem neuerlich Kursverlust von mehr als sechs Prozent hat die Börse in Tokio am Montag auf dem niedrigsten Stand seit 26 Jahren geschlossen. Der Nikkei-Index lag zu Handelsschluss bei 7162 Punkten. Er hatte zuletzt mehrmals rund zehn Prozent am Tag eingebüßt.

Am Markt wird befürchtet, dass weitere japanische Konzerne so wie zuvor der Elektronikriese Sony ihre Ertragsprognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten revidieren werden. Unter Analysten wird ein Absinken des Nikkei auf bis zu 5000 Punkten nicht ausgeschlossen.

Japanische Großbanken planen unterdessen einem Zeitungsbericht zufolge angesichts des Wertverfalls ihrer Aktienbestände Kapitalerhöhungen. Neben der Mitsubishi UFJ Financial Group erwägten auch die Mizuho Financial Group und die Sumitomo Mitsui Financial Group, ihre Eigenkapitalquote zu erhöhen. Angeblich plant Mitsubishi UFJ, sein Kapital durch Ausgabe neuer Aktien um bis zu einer Billion Yen aufzustocken. Eine Entscheidung soll in Kürze getroffen werden.

Belastet werden die Bilanzen japanischer Exportunternehmen durch den zum Dollar und Euro massiv gestiegenen Yen. Am Montag tendierte der Dollar im frühen Geschäft in Tokio mit 93,52 Yen nach 95,14 Yen am späten Freitag. Der Euro lag bei 118,05 Yen nach 120,52 Yen am späten Freitag.

„Wir sind besorgt über die jüngste exzessive Volatilität des Wechselkurses des Yen und möglicher nachteiliger Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität,“ heißt es in einer Erklärung der Gruppe der sieben führenden Wirtschaftsnationen (G7). In der Erklärung heißt es weiter, dass Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich Italien, die USA und Japan ihr „gemeinsames Interesse an einem starken und stabilen internationalen Finanzsystem“ bekräftigten. Als G7-Staaten würden sie weiter die Entwicklung an den Märkten genau verfolgen „und angemessen kooperieren“. Nakagawa deutete mögliche zusätzliche Maßnahmen an, um dem Anstieg des Yen zu wehren, nannte jedoch keine Einzelheiten.

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AFP/Reuters/lw