Der Streit um die Mitbestimmung zwischen Porsche und dem Betriebsrat von Volkswagen droht zu einer Gefahr für Europas größten Automobilkonzern und den Stuttgarter Sportwagenhersteller zu werden. „Ich glaube nicht, dass diese Konfrontation auf Dauer für unsere Unternehmen gut ist“, sagte der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh im Gespräch mit Morgenpost Online.
Porsche will bis Ende November die Beteiligung an VW von derzeit rund 35 Prozent auf mehr als 50 Prozent aufstocken.
Der seit Monaten schwelende Mitbestimmungsstreit dreht sich vor allem um die Besetzung des Betriebsrats in der Porsche Holding. Die Arbeitnehmer des dreimal kleineren Sportwagenherstellers sollen genauso viele Vertreter in Betriebsrat und Aufsichtsrat entsenden dürfen wie VW. Umstritten sind zudem Laufzeit und Kündigung der Mitbestimmungsvereinbarung.
Nach den Worten Osterlohs sei es unklug, sich mit den Belegschaften anzulegen, statt sie für sich zu gewinnen. Das Misstrauen werde immer größer. „Allerdings will ich auch betonen, dass einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Porsche und Volkswagen dann nichts im Wege steht, wenn eine Mitbestimmungsvereinbarung erzielt wird, die die Interessen der neun Marken des VW-Konzerns und der 280.000 Beschäftigten in Europa berücksichtigt“, sagte Osterloh weiter. Eine Lösung in diesem Streit sieht Osterloh jedoch aktuell nicht. „Porsche blockiert“, sagte er.
Osterloh hob vor allem die Bedeutung der Familie für die Lösung des Streits hervor. „Eine Lösung ohne Ferdinand Piëch wird es nicht geben“, sagte Osterloh über den VW-Aufsichtsratsvorsitzenden und Porsche-Miteigenern. Piëch sei der einzige, der Volkswagen kenne. Aber auch der Porsche-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche müsse mitmachen. Dieser antwortet dem Betriebsrat "aber noch nicht mal“. "Ich würde mich freuen, wenn ich Herrn Dr. Porsche mal unser Werk zeigen könnte“, sagte Osterloh Morgenpost Online.
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