Für beide Varianten gibt es gute Argumente: Für die chinesische spricht, dass der Preis vermutlich höher ausfiele und der Arbeitsplatzabbau geringer. Außerdem hätte die Allianz einen besseren Zugang zum größten Wachstumsmarkt der Welt.

Dennoch wäre es aus Sicht der gesamten Volkswirtschaft bitter, wenn es nicht zur erwarteten deutschen Lösung käme - und das trotz des Abbaus tausender Stellen. Seit dem Jahr 2000, als gleich zwei groß angelegte Fusionsversuche scheiterten, haben es die deutschen Bankkonzerne versäumt, ihren ausländischen Konkurrenten zu folgen und durch Zusammenschlüsse zusätzliche Kraft zu entwickeln. Die HypoVereinsbank ging an die italienische UniCredit, das Deutschland-Geschäft der Citibank kürzlich an die französische Crédit Mutuel.


Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Das Resultat ist leider nur, dass außer der Deutschen Bank kein heimisches Geldhaus mehr in der europäischen Spitze mithalten kann. Das schwächt besonders den Finanzstandort Frankfurt, der zu einem Sammelplatz von Tochterfirmen ausländischer Banken zu verkommen droht.

Der Zusammenschluss von Dresdner und Commerzbank wäre allerdings nur ein erster Schritt, um die Finanzindustrie wieder zu einem Wachstumsmotor zu machen und somit langfristig mehr Arbeitsplätze entstehen zu lassen. Viele andere müssen folgen - allen voran die Privatisierung der Landesbanken und Sparkassen. Auch das gesetzliche Umfeld für die Branche muss sich verbessern.

Bleibt aber dieser erste Schritt aus, wird es doppelt schwer. Dann wäre die Gefahr groß, dass eines Tages keine Bank nennenswerter Größe mehr ihre Zentrale hierzulande hätte. Eine starke Exportnation wie die deutsche kann sich das nicht leisten.