Da haben sie uns aber schwer was eingebrockt, die Herren Banker rund um den Globus. Erst haben sie durch das Platzen der Spekulationsblase das internationale Finanzsystem bis an den Rand des Abgrunds verzockt. Und jetzt droht nicht unerwartet, aber wohl doch massiver als zunächst befürchtet der Konjunktureinbruch in der realen Wirtschaft. Für den Exportweltmeister Deutschland brechen damit nach Jahren des stetigen Aufschwungs wieder weit weniger freundliche Zeiten mit entsprechenden Folgen für private Einkommen und Arbeitsplätze an. In ihrem Herbstgutachten sagen die wichtigsten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute denn auch für das kommende Jahr hinsichtlich des Wirtschaftswachstums für den besseren Fall eine Stagnation, für den schlechteren gar eine Rezession voraus.

Ein bisschen Hoffnung darf immerhin aus der Einschätzung der Wirtschaftsweisen geschöpft werden, dass das rund 500 Milliarden Euro schwere Rettungspaket der Bundesregierung für die deutschen Banken Erfolg verspricht. Es könne nicht nur Banken vor dem Ruin bewahren, sondern auch noch den konjunkturellen Abschwung mindern. Die Reaktionen an den Börsen nach dem Verzweiflungscoup der Politik bestätigen das. Um wiederum noch einmal Schlimmeres abzuwenden, muss alles getan werden, um diesen Trend zu festigen. Dafür bleibt unerlässlich, dass das in seiner Höhe bislang einmalige Hilfsangebot umgehend parlamentarisch abgesegnet wird. Natürlich kann der Bund den Ländern nicht einfach diktieren, ein Drittel des Paketinhalts zu bezahlen. Darüber muss miteinander geredet und sich abgestimmt werden. Aber bitte nicht das sonst übliche endlose Palaver. Not verlangt Einsicht in das Unvermeidliche. Und das muss, soll die Wirkung nicht gleich wieder verpuffen, bis Freitag in Gesetzesform gegossen werden.

Wer viel gibt, muss nicht Dank erwarten. Wohl aber darf er ein paar Voraussetzungen diktieren. Das tut die ansonsten von den Großbankern eher etwas von oben herab belächelte Politik in diesem Fall nicht ganz ohne Süffisanz. Dass Banken, die eine Bürgschaft des Bundes in Anspruch nehmen, diese in wieder besseren Zeiten mit Zins und Zinseszins an den Bund zurückzahlen, dass Gehälter und sonstige Bonus-Zahlungen ihrer Manager gekappt werden, selbst dass der Bund als quasi Teilhaber eines zu rettenden Geldhauses zeitlich begrenzt auch Einfluss auf dessen Geschäftspolitik nehmen will – all das ist eine schiere Selbstverständlichkeit. Es geht schließlich um Steuergelder. Es wäre ja noch schöner, Banken und deren Manager, die wissentlich voll auf Risiko gesetzt und verloren haben, aus ihrer Mitverantwortung für das Finanzdesaster zu entlassen. Wenn Banken aus gesamtwirtschaftlicher Sicht schon nicht untergehen dürfen, dann muss zumindest deren Spitzenpersonal für gemachte schwere Fehler haften. Am besten mit eigenem Geld. Nichts schmerzt einen Banker mehr. Ein bisschen Genugtuung für Politiker und Steuerzahler in schwerer Zeit muss erlaubt sein.