US-Präsident George W. Bush hat den US-Bürgern versichert, dass der Rettungsplan seiner Regierung für die Finanzmärkte groß genug sei, aber Zeit brauche, um zu greifen. In einer Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses sagte er, die Ängste der Investoren und der Öffentlichkeit verschärften die Finanzkrise.

Seine Regierung unternehme alles, was in ihrer Kraft stehe, um mit dem Problem fertig zu werden. Dazu arbeite sie auch mit ihren Partnern in der Welt zusammen. „Wir stecken hier zusammen drin und wir kommen zusammen hier raus“, sagte Bush.


Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück zeigt sich da weniger optimistisch. Am Rande des G7-Treffens der Finanzminister sagte er, "wir sind in einer Lage, wo die Spiralentwicklung nach unten noch mal deutlich an Fahrt gewonnen hat". Für die Bewältigung der Krise reiche die Rettung einzelner angeschlagener Finanzinstitute nicht aus. „Wir kommen mit Fall-zu-Fall-Lösungen nicht mehr weiter“, sagte der Bundesfinanzminister. „Wir müssen den Finanzsektor insgesamt stabilisieren.“


Steinbrück räumte ein, dass die staatlichen Hilfsmaßnahmen für den Finanzsektor in Deutschland auf Akzeptanzprobleme stoßen könnten. Die Maßnahmen seien „für breite Teile der Bevölkerung absolut unfassbar“, sagte der Minister. Es zeige sich aber, dass die Stabilität der Finanzmärkte ein „öffentliches Gut“ sei. Die derzeitige Krise könne für den Finanzsektor in Deutschland erhebliche Folgen haben: „Das Risiko eines systemischen Krise ist gegeben“, warnte Steinbrück. Vorhersagen zur möglichen Dauer der Krise wollte er nicht abgeben: „Wann ist die Finanzmarktkrise zu Ende? Ich weiß es nicht.“

Der Minister sprach sich für die Ausarbeitung globaler „Verkehrsregeln“ für die Finanzmärkte der Welt aus. Zwar seien Lösungsansätze auf nationalstaatlicher Ebene weiterhin gefragt, um sich „länderspezifischen Problemen“ widmen zu können. Doch müsse es darüber „etwas Überwölbendes“ geben, forderte der Minister. Steinbrück schlug die Einrichtung einer internationalen Kontrollinstanz für die Finanzmärkte mit „Macht zum Eingreifen“ vor. Diese Aufgabe könnte der Internationale Währungsfonds (IWF) übernehmen, der dafür freilich erheblich umstrukturiert werden müsste.

AP/AFP/dma