Was man in Washington nun offenbar erwägt, erreicht eine kaum fassbare Dimension. Die Regierung bürgt womöglich für alle Bankgeschäfte der größten Volkswirtschaft der Welt. Und das Alarmierende ist: Ihr bleibt wohl gar keine andere Wahl.
Denn die Situation hat sich von Woche zu Woche weiter verschärft. Dazu hat die amerikanische Politik teilweise selbst beigetragen. Dass das Paulson-Paket im ersten Anlauf im US-Kongress scheiterte, erschütterte erstmals das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates. Zudem lebt die Bankenwelt in ständiger Angst, seit Paulson die Investmentbank Lehman Brothers Pleite gehen ließ, in der Hoffnung, dass der Markt dies verkraften würde. Der Geldhandel zwischen den Banken ist zum Erliegen gekommen, den Kreditinstituten drohen schlicht leere Kassen.
Paulsons 700-Milliarden-Plan wirkt in dieser Situation schlicht zu langsam. Er entlastet die Banken zwar von zukünftigen Abschreibungen. Doch selbst wenn das Vertrauen dadurch in die Branche zurückkehrt, so doch unmöglich schnell genug, um die akute Not zu lindern. Die öffentliche Hand muss den Banken deshalb direkter helfen – mit kurzfristigen Geldmitteln, mit Garantien und auch mit frischem Eigenkapital, wie es in Großbritannien bereits vorgesehen ist. Wichtig ist allerdings, dass dieser letzte Eingriff zeitlich begrenzt erfolgt und auf keinen Fall einen staatlichen Dauereinfluss zur Folge hat.

