Vorstandsgehälter

Das verdienen deutsche Spitzenmanager

Nicht nur Topleute wie Ackermann und Obermann verdienen ordentlich. Mit durchschnittlich rund 1,5 Millionen Euro erzielen auch Manager aus der zweiten Reihe ein stattliches Niveau beim Gehalt. Mancher Chef einer im MDax notierten mittelständischen Firma verdient sogar mehr als Vorstände von Dax-Unternehmen.

Deutschlands Topmanager haben im vergangenen Jahr im Schnitt drei Millionen Euro verdient. Das Gehalt eines Vorstandsmitglieds im Deutschen Aktienindex (Dax) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent auf 2,93 Millionen Euro, meldete die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Vorstandsvorsitzenden der 30 Dax-Unternehmen erhielten durchschnittlich sogar 4,7 Millionen Euro. Spitzenverdiener war erneut Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit knapp 14 Millionen Euro. Im internationalen Vergleich verdienen Deutschlands Topmanager gut, allerdings fallen etwa in den USA die Aktienoptionen deutlich üppiger aus.

Auf Platz zwei in der Rangliste der Topverdiener im Dax landete Daimler-Chef Dieter Zetsche mit zehn Millionen Euro, gefolgt vom Linde-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Reitzle mit knapp 8,1 Millionen Euro. Schlusslicht unter den 30-Dax-Vorstandschefs war Postbank-Chef Wolfgang Klein mit gut 1,5 Millionen Euro.

Die DSW nahm in diesem Jahr erstmals die Vergütung von MDax-Unternehmen unter die Lupe. Auch in einem mittelgroßen Unternehmen verdient ein Vorstandsmitglied im Durchschnitt insgesamt mehr als eine Million Euro im Jahr. Mit genau 1,486 Millionen Euro kommen Manager aus der zweiten Reihe durchaus auf ein stattliches Gehaltsniveau. Gegenüber dem Vorjahr stiegen ihre Bezüge um 8,34 Prozent. Top-Verdiener unter den MDax-Vorständen ist Puma-Chef Jochen Zeitz mit einem Gesamtgehaltspaket von 7,2 Millionen Euro, knapp gefolgt von Bernd Scheifele (HeidelbergerCement) mit 6,1 Millionen Euro.

"Deutlich schlechter als im Dax ist es im MDax um die Transparenz bestellt", sagt Ulrich Höcker vom DSW. Von den 50 Unternehmen weisen zehn Firmen ihre Vorstandsbezüge nicht individualisiert aus. Im Vorjahr lag diese Zahl bei 14 Unternehmen. Oft müsse man sich die entsprechenden Zahlen zudem regelrecht zusammensuchen, weil sie sich im Text des Geschäftsberichts verstecken oder teilweise erst im Anhang zu finden sind.


Im internationalen Vergleich müssen sich die Gehälter der deutschen Manager nicht verstecken. Das durchschnittliche Bargehalt von 3,83 Millionen Euro eines Dax-Vorstandschefs lag sogar deutlich über dem seiner Kollegen in Frankreich (2,3 Millionen Euro), in der Schweiz (2,99 Millionen Euro) und sogar in den USA (3,03 Millionen Euro).

Anders sind das Bild aus, wenn die Aktienoptionen berücksichtigt werden. So kommen in der Schweiz zu den Barkomponenten noch einmal 50 Prozent aktienbasierte Vergütungsbestandteile hinzu. Dadurch liegen die Durchschnittsgehälter dort bei sechs Millionen Euro. Spitzenverdienste bescheren die aktienorientierten Bestandteile vor allem den Managern in den USA. Spitzenreiter im Dow Jones war im vergangenen Jahr George David von United Technologies, der insgesamt umgerechnet 27,8 Millionen Euro kassierte.

mit dpa und AFP