Angesichts der ungebremst steigenden Ölpreise wird der Billigflieger Germanwings seine Flotte reduzieren. Vier von derzeit 29 Flugzeugen würden zum 1. November abgegeben, meldete das Unternehmen. Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa ist an Germanwings indirekt zu rund 50 Prozent beteiligt.
"Die Rahmenbedingungen für die Airlineindustrie haben sich angesichts der gestiegenen Kosten sehr stark verändert“, sagte Germanwings-Chef Thomas Winkelmann. Oberstes wirtschaftliche Ziel sei Profitabilität. „Germanwings wird nicht den Fehler begehen, Wachstum um jeden Preis anzustreben.“
Zu möglichen Auswirkungen auf die Zahl der Mitarbeiter machte das Unternehmen keine Angaben. Pläne für einen Stellenabbau gebe es derzeit nicht. „Derzeit wird alles noch gerechnet“, sagte Sprecher Hans Joachim Schöttes. Auch stehe noch nicht fest, ob die vier Maschinen verkauft oder verleast würden. Germanwings hat eine Flotte ausschließlich aus Maschinen des Typs Airbus A319.
Auch zu den ausstehenden Bestellungen wurde keine neuen Angaben gemacht. Das Unternehmen hat Verträge, wonach nächstes Jahr zwei weitere Flugzeuge und 2010 vier weitere Maschinen die Flotte ergänzen sollen. Derzeit gehe es wie geplant weiter, hieß es. Das Unternehmen verwies zudem darauf, dass Germanwings bei der Auslastung ihrer Maschinen einen Spitzenwert in Europa halte.
Zuvor hatten bereits mehrere Fluggesellschaften vor allem in den USA angekündigt, ihre Kapazitäten wegen der hohen Treibstoffpreise zu reduzieren. Die Gesellschaft TUIfly hatte bereits zum laufenden Sommerflugplan ihre Flotte von 56 auf 48 Maschinen reduziert und will nächstes Jahr drei weitere Maschinen aus dem Angebot nehmen. Air Berlin will im kommenden Winter statt mit 134 nur mit 120 Flugzeugen an den Start gehen.
Bei der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa gibt es nach Angaben einer Sprecherin derzeit keine Pläne, die Kapazitäten zu reduzieren. Allerdings würden zum Winterflugplan turnusgemäß mögliche Kapazitätsanpassungen geprüft.
dpa/ras




