2500 Euro sind viel Geld. 2500 Euro reichen für einen ausgiebigen Familienurlaub. 2500 Euro hat eine Brandenburger Familie mehr zur Verfügung, nachdem sie ihren finanziellen Alltag von Verbraucherschützern durchleuchten ließ. Ein Team der Verbraucherzentrale Brandenburg stellte beim "Rundum-Haushalts-Check" bei drei Beispielfamilien im vergangenen Jahr kräftige Einsparpotenziale fest. Der Profiblick auf den Verbrauchergeldbeutel kostet "150 Euro, die sich rentieren", sagt Evelyn Dahme von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Bei der Suche nach Sparmöglichkeiten stoßen die Verbraucherschützer immer wieder auf dieselben Kniffe. Hier eine kleine Auswahl der Einsparmöglichkeiten:
Energie:
Weil ein Großteil des Haushaltsgeldes für Strom, Zentralheizung oder Fernwärme draufgeht, ist Energie einer der Haupt-Preistreiber der Inflation - und umso effektiver sind Einsparmaßnahmen in diesem Bereich. Verbraucherschützer empfehlen vor allem die Anschaffung von Energiesparlampen: "Eine normale Glühlampe bekommt man schon für ein paar Cent. Eine Stromsparlampe kostet mehrere Euro, hält aber wesentlich länger und verbraucht bedeutend weniger Energie. Unterm Strich zahlt sich damit die größere Ausgabe für die Sparlampe auf Dauer aus", sagt Verbraucherschützerin Dahme.
Auch durch kleine Veränderungen kann Energie gespart werden: So sollte der Kühlschrank zum Beispiel nicht neben der Heizung, dem Herd oder in der prallen Sonne stehen, sagt Antje Bedbur von der Verbraucherzentrale Norderstedt. Jedes Grad mehr oder weniger in der direkten Umgebung des Kühlschranks bedeutet, dass der Energieverbrauch des Kühlschrankes um sechs Prozent gesteigert wird. Auch sollte bei Neuanschaffungen darauf geachtet werden, dass Geräte gekauft werden, die mit wenig Energie auskommen.
Kontoführung:
Niemand kommt heute um ein Girokonto herum. Die Banken lassen sich ihre Dienste jedoch unterschiedlich bezahlen - von kostenlosen Girokonten bis zu dreistelligen Beträgen für die Kontoführung ist alles dabei. Die Stiftung Warentest hat in der aktuellen "Finanztest"-Ausgabe die Angebote von 73 Banken geprüft. Inzwischen bieten knapp 50 der untersuchten Kreditinstitute ein kostenloses Girokonto an. Mit einem Kontowechsel könnten Verbraucher daher mitunter mehr als 200 Euro im Jahr sparen. Die meisten Gratiskonten gibt es bei Direktbanken. Wer auf ein Filialnetz wert legt, hat es schwerer: Bundesweit bietet laut "Finanztest" die Norisbank ein kostenloses Konto an. Die PSD- und Spardabanken bieten regional begrenzt Gratiskonten. Aber auch die Postbank, die Dresdner Bank, die HypoVereinsbank und die Commerzbank warten mit kostenlosen Konten auf - diese kosten jedoch nur dann nichts, wenn regelmäßig eine bestimmte Mindestsumme aufs Konto fließt.
Verkehr: Ein Blick auf die Preistafel an der Zapfsäule genügt, um schlechte Laune zu bekommen - auch die Kosten für die eigene Fortbewegung reißen ein tiefes Loch in die Haushaltskasse. Doch wenn eine längere Reise ansteht, muss es nicht immer der eigene Wagen sein: Ein Mittelklassewagen verbraucht auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin etwa 50 Liter, die derzeit rund 80 Euro kosten. Die Bahn bietet die Fahrt für 58 Euro an. Und eine Mitfahrgelegenheit ist bereits ab 20 Euro im Internet zu finden. Wer effektiv sparen will, sollte das Auto vor allem bei kurzen Fahrten stehen lassen. Der durchschnittliche Spritverbrauch von beispielsweise 8,3 Litern errechnet sich aus einem Verbrauch von sechs Litern außerorts und 10,2 Litern innerorts - warum also mit der Spritschleuder zum nahe gelegenen Supermarkt heizen, wenn es auch zu Fuß geht?
Nahrung: Fast doppelt soviel für Zitronen, ein Drittel mehr für Mehl und Speisequark sowie ein Viertel mehr für Nudeln und Orangen - Die Inflation schlägt vor allem dort zu, wo Verbraucher nicht verzichten können: Bei Nahrungsmitteln. Hier sehen Verbraucherschützer erhebliches Einsparpotenzial - eine Kniebeuge genügt meist. Denn im Supermarkt sind die billigsten Produkte fast immer in den Regalen auf Wadenhöhe zu finden. Wer sich bückt, spart. Außerdem sollten die Kilopreise verschiedener Packungsgrößen verglichen werden. Nicht immer ist die größte Packung die Günstigste.
Elektronik:
Technikfans dürfen sich hingegen über gesunkene Preise freuen. Doch selbst wenn der Laptop im Jahresvergleich billiger geworden ist, sind hier noch weitere Einsparmöglichkeiten drin: "Viele verschenken bares Geld, weil sie den geforderten Preis einer Ware widerspruchslos hinnehmen", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Wir haben in einer Versuchsreihe festgestellt, dass allein die Frage: Ist beim Preis noch was zu machen? in der Hälfte der Fälle zum Erfolg führte", sagt Tryba. Man sollte jedoch nicht zu stark an finanziellen Nachlässen festhalten. In vielen Fällen ermöglichen Händler lieber eine kostenlose Dreingabe, also eine Fototasche zur Kamera.
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