Die Abschwächung der globalen Wirtschaft zieht die Geschäfte des Mobilfunk-Riesen Vodafone unerwartet deutlich in Mitleidenschaft. Der gemessen am Umsatz weltgrößte Konzern der Branche senkte seine Umsatzprognose. Die Anleger reagierten schockiert: Die Aktie brach in London um 15 Prozent ein, der Börsenwert des Unternehmens schmolz dabei um rund 14 Milliarden Euro.
Wegen der schwachen Konjunktur rechnet das Unternehmen im Gesamtjahr nun mit Erlösen am unteren Ende der zuvor angepeilten Spanne von 39,8 bis 40,7 Milliarden Pfund (50 bis 51 Mrd. Euro). Das Ziel beim operativen Ergebnis liegt zwischen 11,0 und 11,5 Milliarden Pfund (13,8 und 14,5 Mrd. Euro). Branchenexperten hatten zuvor gehofft, dass Vodafone von der Wirtschaftsflaute weitgehend verschont bleibt.
Im abgelaufenen Vierteljahr entsprachen die Einnahmen mit 9,8 Milliarden Pfund (etwa 12,3 Milliarden Euro) dagegen noch den Erwartungen der Börsianer. Insgesamt war dies ein Plus von knapp 20 Prozent, abgesehen von Übernahmen betrug der Anstieg allerdings lediglich rund zwei Prozent. Der Konzern gewann in den drei Monaten bis Ende Juni 8,5 Millionen Kunden.
Der schwache Ausblick setzte europaweit Telekomwerte unter Druck. Der entsprechende Sektorindex sackte um acht Prozent ab. Telefonica fielen im Madrid um sieben Prozent und in Frankfurt sackten die Aktien der Deutschen Telekom um sechs Prozent ab.
Vodafone ist am DSL-Geschäft von Freenet interessiert
Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone ist nach den Worten seines Deutschland-Chefs grundsätzlich an einer Übernahme des DSL-Geschäfts des Mobilfunkdienstleisters Freenet interessiert. „Wir gucken uns das an“, sagte der Chef von Vodafone Deutschland, Friedrich Joussen, am Dienstag in Düsseldorf. Eine Übernahme um jeden Preis werde es aber nicht geben.
Vodafone zähle zu den Unternehmen, mit denen Freenet im Rahmen von Marktsondierungen Vorgespräche führe, sagte Joussen. Es gebe aber noch keine Prüfung der Bücher. Der Verkaufsprozess werde nach seiner Einschätzung voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte vorankommen.
Reuters/dpa/lw




