Die Deutsche Telekom will ihre Callcenter rentabler machen und schließt dafür auch die Standorte Berlin und Potsdam. Das teilte das Unternehmen in Bonn mit. In der Hauptstadt sind nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di rund 800 Beschäftigte betroffen, in Potsdam etwa 150 Mitarbeiter. Ver.di kritisierte die Pläne und richtet sich für Protestaktionen ein.
Erhalten bleibt dagegen das Callcenter in Frankfurt (Oder), das ausgebaut werden soll. Nach dorthin sollen mehr als 850 Arbeitsplätze verlagert werden, wie das Unternehmen mitteilte. Bisher waren knapp 200 Mitarbeiter im Kundenservice der Telekom in der Oderstadt tätig. Die Stadt gehöre zu den 24 Standorten, in denen die Telekom in den nächsten zwei Jahren moderne Service-Center einrichten werde, hieß es in der Mitteilung.
Die Telekom will in ganz Deutschland die Zahl ihrer Service-Center von derzeit 63 auf 24 reduzieren. Etwa 8.000 der insgesamt 18.000 Vollzeit- sowie Teilzeitmitarbeiter müssten ihren alten gegen einen neuen Standort tauschen. Die verbleibenden Standorte würden „aufwändig modernisiert“, hieß. Dafür werde die Telekom in den kommenden beiden Jahren rund 70 Millionen Euro investieren.
Zudem plant die Deutsche Telekom weitere massive Einschnitte beim Personal. Wie aus dem Umfeld des Konzerns verlautete, sollen weitere Mitarbeiter in die im vergangenen Jahr gegründete Niedriglohnsparte T-Service verlagert werden. Betroffen seien rund 6.000 Beschäftigte aus dem Netzwerkbereich.
Die Telekom hatte im vergangenen Jahr bundesweit rund 50.000 Beschäftigte nach einem harten Konflikt mit der Gewerkschaft Ver.di in die Niedriglohnsparte T-Service verlagert, wo die Beschäftigten zu schlechteren Konditionen arbeiten. Diesen Weg wolle das Unternehmen nun weiter beschreiten, hieß es in den Kreisen.
Der Bonner Konzern steckt in einer tiefen Umstrukturierungsphase, die Vorstandschef René Obermann mit den hohen Lohnkosten begründet. Die Personalausgaben der Telekom sind deutlich höher als bei vergleichbaren Unternehmen wie France Télécom oder Telefónica, was auch von Analysten bemängelt wird.
dpa/apä



