Der US-Investmentgesellschaft Lone Star hat sich auf Geschäfte mit schlechten Krediten und Immobilien spezialisiert. Da passt der Kauf der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB genau ins Portfolio.
Die 1995 in Dallas im US-Staat Texas gegründete Investmentfirma kauft notleidende Unternehmen günstig ein, saniert sie und verkauft sie dann mit Gewinn. Lone Star ist außerdem dafür bekannt, faule Immobilienkredite aufzukaufen und auszuwerten.
Erst Ende Juli übernahm der Investor von der strauchelnden US-Investmentbank Merrill Lynch mit zweifelhaften Hypotheken besicherte Papiere im Nominalwert von 30,6 Milliarden Dollar für nur 6,7 Milliarden Dollar, also gut 20 Prozent ihres Wertes. Nach Angaben von Lone Star hat das Unternehmen selbst seit der Gründung weltweit mehr als 13 Milliarden Dollar in Geschäfte mit ungesicherten Krediten und Immobilien investiert. Dazu gehören unter anderem Banken in Japan und Korea.
Die zu Lone Star gehörende Anwaltsfirma Hudson Advisors mit Sitz im Steuerparadies Bermuda sucht mit weltweit 900 Mitarbeitern in derartigen Kreditpaketen nach werthaltigen Bestandteilen. Sie habe so seit 1995 rund 31 Milliarden Dollar zusammengebracht, heißt es auf der Internetseite der Firma.
Lone Star wurde von John Grayken gegründet, einem Geschäftsmann, der öffentlich kaum in Erscheinung tritt. Lone Star unterhält Büros in London, Tokio, Seoul, Taipei, Dublin, Brüssel, Luxemburg und Frankfurt am Main. Investoren bei Lone Star sind Pensionsfonds von US-Staaten und von Firmen, ferner Universitäten, Stiftungen, Banken und Versicherungen.
In Deutschland ist Lone Star ebenfalls schon seit einiger Zeit aktiv. So kaufte der Finanzinvestor Anfang April von der Deutschen Post für 1 Milliarde Euro etwa 1.300 Immobilien. Ende 2005 übernahm die US-Firma von der Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften die in Schwierigkeiten geratene Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR).
AP/dma

