Die Münchner Biohandelskette Basic kommt nach dem Debakel um den Einstieg des Discounters Lidl nicht zur Ruhe. Das Unternehmen teilte am Montag mit, dass die Basic Strafanzeige gegen Mitbegründer Johann Priemeier gestellt habe. Zugleich läuft gegen den früheren Basic-Finanzvorstand eine Schadensersatzklage. Er soll Basic um mehr als eine Million Euro geschädigt haben. Unternehmenssprecherin Sylvia Raabe bestätigte entsprechende Berichte der „Süddeutschen Zeitung“ und des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Die Staatsanwaltschaft am Landgericht München I wollte den Eingang der Strafanzeige nicht offiziell bestätigen.
Im Zusammenhang mit dem von Priemeier eingefädelten Verkauf von Basic-Anteilen an die Heilbronner Schwarz-Gruppe, der Lidl gehört, wurden auch Korruptionsvorwürfe laut. Nach Darstellung von Basic soll Priemeier für seine privaten Anteile von Schwarz mehr Geld erhalten haben als die Basic-GmbH, bei der ebenfalls Anteile der AG geparkt worden waren.
Die GmbH gehörte zu 49 Prozent der AG, zu 33 Prozent Priemeier direkt und zu 18 Prozent seiner Firma Mercatum. Laut „Spiegel“ veräußerte Priemeier am 20. Dezember 49 Prozent der GmbH. Die AG erhielt dafür 1,3 Millionen Euro. Am selben Tag habe Priemeier den 18-Prozent-Anteil seiner Firma Mercatum für 1,08 Millionen Euro an die Schwarz-Gruppe verkauft.
Priemeier wies die Vorwürfe laut „Spiegel“ zurück. Er habe für seinen privaten Anteil einen höheren Preis erhalten, weil der Käufer nur dadurch auf mehr als 50 Prozent und damit die Firmenmehrheit habe kommen können. Dies rechtfertige „einen Paketzuschlag“. Er habe weder gegen seine Treuepflichten als Vorstand der Basic AG verstoßen noch sich von Schwarz korrumpieren lassen.
Auch die Schwarz-Gruppe wies den im Zusammenhang mit der Strafanzeige aufkommenden Korruptionsverdacht von sich. „Jede Andeutung, dass die Schwarz-Gruppe mit einem höheren Kaufpreis für die Anteile der Mercatum-GmbH das Wohlwollen von Herrn Priemeier erwirken wollte, trifft nicht zu“, wurde am Montag in einer Mitteilung betont. Es entspreche der „üblichen kaufmännischen Praxis“ beim Verkauf von Beteiligungen, die dem Erwerber eine Mehrheitsbeteiligung sichern, dass ein höherer Kaufpreis gezahlt werde. Da erst durch den Erwerb der Anteile der Mercatum GmbH die Mehrheit an der Basic GmbH erzielt und gesichert werden konnte, sei der Kaufpreis folgerichtig entsprechend höher gewesen.
Der bereits im November nach heftigen Kundenprotesten angekündigte Ausstieg der Schwarz-Gruppe aus der Basic AG wurde erst vor kurzem vollzogen. Wie Basic-Sprecherin Raabe sagte, übernahm die Schweizer Asi Nature Holding die Anteile und ist jetzt mit 40 Prozent größter Basic-Aktionär. Ganz ist Lidl damit aber noch nicht aus dem Geschäft. Das Unternehmen hatte Basic im November 2007 mit einem Drei-Millionen-Euro-Kredit aus der Klemme geholfen, in die das Unternehmen wegen kräftiger Umsatzrückgänge geraten war. Dieser Kredit ist laut Raabe noch nicht zurückgezahlt.
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