Der deutsche Aktienmarkt hat sich doch noch erholt. Zuvor erlebten die Anleger eine heftige Berg- und Talfahrt. Nach einer höheren Eröffnung und einem Anstieg bis auf 6177 Punkte fiel der Dax kurzzeitig unter die Marke von 6000 Zählern. Negativ aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA und die andauernde Bankenkrise belasteten die Stimmung.

Dann sorgten fester einsetzende US-Börsen nach dem kräftig nachgebenden Ölpreis wieder für einen Stimmungsumschwung, der die Indizes wieder in die Gewinnzone führte. Zum Handelsschluss wies der Dax ein Plus von 1,21 Prozent aus und stand bei 6155 Punkten. Auch die Nebenwerte-Indizes setzten zu einem Schlussspurt an. Während der MDax um ein Prozent auf 8224 Zähler stieg, rückte der TecDax um 1,8 Prozent auf 701 Punkte vor.


Festverzinsliche Papiere gaben anfängliche Gewinne wieder ab. Nach einem Anstieg bis auf 112,76 Punkte fiel der Bund-Future um zehn Ticks auf 112,33 Punkte. Die dem Future zugrunde liegenden zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 4,398 Prozent. Nach einem Tageshoch bei 1,5948 Dollar wurde der Euro am Abend mit 1,5845 Dollar gehandelt.


Spekulationen um ein Scheitern einer Dreier-Fusion von Postbank, Dresdner Bank und Commerzbank setzten die Aktie der Post-Tochter unter Druck. Mit einem Abschlag von 7,3 Prozent fiel die Aktie an das Index-Ende. Für die Commerzbank ging es um 2,5 Prozent abwärts, und auch die Papiere der Allianz büßten 1,5 Prozent ein. Aktien des Branchenprimus Deutsche Bank rückten dagegen um 1,8 Prozent vor.

Auf und ab ging es für Infineon. Einerseits stützte der zuversichtliche Ausblick von Intel; die Gewinnwarnung des niederländischen Chipausrüsters ASML machte jedoch die Gewinne von bis zu 3,8 Prozent größtenteils zunichte. Zum Handelsschluss notierte die Aktie 2,6 Prozent fester.


Der deutliche Rückgang der Pkw-Absätze in Europa belastete die Autowerte nur zwischenzeitlich. Nach Angaben des europäischen Branchenverbandes Acea sackten die Neuzulassungen im Juni um acht Prozent auf 1,3 Mio. ab. Papiere von BMW lösten sich dennoch von ihrem Tagestief bei 26,87 Euro und verteuerten sich um zwei Prozent. Aktien von Daimler machten anfängliche Verluste ebenfalls wett und notierten 3,1 Prozent fester. Papiere von VW legten nach Gerüchten um eine Aufstockung der Beteiligung durch das Land Niedersachsen sogar um 7,9 Prozent zu und übernahmen damit die Führung im Dax.

Die Zulassung des Merck-Krebsmittels Erbitux auf dem weltweit zweitgrößten Pharmamarkt Japan bescherte der Aktie einen Aufschlag von 1,3 Prozent. Mit Erbitux erwirtschaftete Merck im vergangenen Jahr einen Umsatz von 470 Mio. Euro.

Bei den Nebenwerten rückten Lanxess um 3,2 Prozent vor. Händler begründeten das Kursplus mit einer Hochstufung durch Credit Suisse von „Neutral“ auf „Übergewichten“. Die Führung im TecDax übernahmen Phoenix Solar mit einem Plus von 15,6 Prozent. Der Solaranlagenbauer wird in Sizilien mehrere Photovoltaik-Kraftwerke mit einem Auftragsvolumen im hohen zweistelligen Millionenbereich errichten. Der mit dem Investor Meinl International geschlossene Projektvertrag sei der größte in der Unternehmensgeschichte, hieß es.