Die Übernahme ist geplatzt: Air Berlin und Thomas Cook haben beim Bundeskartellamt ihren Antrag auf die Übernahme der Fluggesellschaft Condor zurückgezogen. Die im September 2007 geschlossene Vereinbarung zur Übernahme werde aufgelöst, teilte Air Berlin mit. Die beiden Unternehmen vereinbarten Gespräche über die Machbarkeit alternativer Lösungen und würden weitere Optionen prüfen, hieß es. Es sollten Gespräche ohne Termindruck geführt werden.

Sowohl Air Berlin als auch Thomas Cook wollen zudem weitere Optionen prüfen. Thomas Cook erklärte, der Konzern betrachte seinen Ferienflieger Condor nach wie vor als ein starkes Unternehmen mit beträchtlichem Potenzial. Man prüfe in weiteren Gesprächen mit Air Berlin, ob sich eine alternative Transaktion finden lasse. Thomas Cook erwäge aber auch eine Reihe anderer Optionen für Condor.

Die Lufthansa, die ihren Anteil von 24,9 Prozent an Air Berlin abgeben wollte, wollte sich zu dem geplatzten Geschäft nicht äußern. Der Aktienkurs von Air Berlin stieg, nachdem die Absage der Übernahme bekannt geworden war: Der Kurs legte um rund sechs Pronzent zu. Das Unternehmen ist im SDax gelistet.

In einem Schreiben an das Bundeskartellamt haben Air Berlin und Thomas Cook laut Mitteilung „erheblich veränderte wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ als Grund für den Rückzieher angegeben. Allein Kerosin habe sich seither um mehr als 100 Prozent verteuert.

Allerdings hatte das Bundeskartellamt erst am Dienstag erneut ein Veto gegen den Zusammenschluss angedroht, falls es nicht gelingen sollte, kurzfristig die Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen. Die Behörde befürchtete, dass durch den Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften ein Wettbewerb auf den wichtigen Flugstrecken Richtung Mittelmeer praktisch nicht mehr stattfinden würde. Unter anderem sei Air Berlin der Kauf von LTU eben deshalb gestattet worden, weil mit Condor ein weitere starker wettbewerber am Markt aktiv ist.

Das Kartellamt hatte Air Berlin eine Frist bis zum 14. Juli gesetzt, um konstruktive Vorschläge zu machen. Andernfalls werde das Amt das Vorhaben abmahnen, sagte eine Sprecherin der Behörde. Eine Abmahnung wäre der letzte Schritt vor einer formellen Untersagung des Zusammenschlusses.

Air Berlin und die Condor-Muttergesellschaft Thomas Cook hatten im September vergangenen Jahres ihre Pläne für einen Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften bekanntgegeben. Air Berlin wäre zu einer der größten europäischen Airlines aufgestiegen. Im Gegenzug wäre Thomas Cook mit einem Anteil von knapp 30 Prozent zum Air-Berlin-Großaktionär geworden.

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